Kita Gänsewinkel: DRK und neuer Träger verhandeln über Mitarbeiter-Verträge

rnLebenszentrum Königsborn übernimmt

Bleibt die Kita Gänsewinkel über den Sommer hinaus eine Kita des Roten Kreuzes? Danach sieht es nicht aus. Das DRK bereitet den Übergang der Trägerschaft vor. Die Details sind kompliziert.

Schwerte

, 26.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Hoffnung war da: Kann man an der Situation nicht doch noch etwas ändern? Viele Eltern hatten sich gewünscht, dass der Kindergarten Gänsewinkel auch nach dem Sommer 2019 vom Deutschen Roten Kreuz betrieben wird. Der Betrieb laufe doch gut. Man sei doch mehr als zufrieden mit Konzept und Arbeit der Mitarbeiterinnen.

Die Mitarbeiterinnen selbst wiederum hatten gehofft, an ihren Arbeitsverträgen werde sich nichts ändern. Sie würden nicht die Leittragenden sein, weil es zu einem Bruch zwischen DRK und der Stadt Schwerte gekommen war. Weil das DRK eine Kündigung ausgesprochen hatte und die Stadt sie angenommen hatte.

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Beide Seiten beschäftigen Anwälte - um sich zu einigen

Geändert haben die Proteste der Eltern und Bitten von Mitarbeiterinnen an die Politik aber nichts. Aktuell geht es für alle Beteiligten nur um eine Frage: Wie kann ein geregelter Übergang für die Mitarbeiterinnen aussehen, wenn die Kita ab Sommer 2019 vom Lebenszentrum Königsborn aus Unna betrieben wird?

Dass die Antwort darauf kompliziert werden würde - „das hatte ich schon geahnt“, erläutert Christine Scholl. Sie ist seit Anfang 2019 Geschäftsführerin des DRK im Kreis Unna. Sie muss jetzt das umsetzen, was unausweichlich ist, nachdem ihr Vorgänger im Mai 2018 die Kündigung verfasst hatte.

Am liebsten wäre es ihr, wenn es für alle Mitarbeiterinnen schon neue Verträge gäbe, unterstreicht Scholl. Doch rechtlich sei so Vieles unklar, dass beide Seiten ihre Anwälte eingeschaltet haben.

Nicht etwa, um sich zu streiten. Sondern um sich rechtlich wasserdicht zu einigen. DRK und Lebenszentrum Königsborn bezahlen nach unterschiedlichen Tarifverträgen. Beide nicht schlecht, wie alle betonen. Aber eben leicht unterschiedlich.

Ein Problem: In welche Versorgungskasse wird eingezahlt?

Und so richtig kompliziert werde es beim Thema Rente und Zusatzversorgung, erklärt Scholl. Das DRK etwa zahle ein in die Kommunale Versorgungskasse. Und das könne ein anderer Träger eben nicht einfach so fortführen. Erst recht nicht, wenn er für die bestehende Mitarbeiterschaft schon anderswo einzahlt.

„Ich weiß, dass das für die Mitarbeiterinnen des Gänsewinkel schwer nachzuvollziehen ist“, sagt Scholl. Ähnlich äußert sich Eckehard Lategahn, Verwaltungsleiter des Lebenszentrums Königsborn: „Wir machen es, so schnell, wie es geht, aber leider hängt für viele Beteiligte viel dran.“

Beide betonen: Die Mitarbeiterinnen haben im Sommer die Wahl. Entweder sie bleiben beim DRK, dann aber wohl nicht in Schwerte. Oder sie unterschreiben den neuen Vertrag und bleiben in der Kita Gänsewinkel.

Für die Kinder soll sich nichts ändern - zunächst. Ab Sommer 2020 sollen allerdings weniger reguläre Plätze für Kinder zur Verfügung stehen - in zwei statt drei Gruppen. Und eine dritte für Kinder mit Förderbedarf, also mit Behinderungen.

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