Kostenlose Mitgliedschaft im Sportverein für Schwerter Erstklässler?

rnSport für Kinder

Jedes siebte Kind im Grundschulalter ist laut Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung zu dick. Die Schwerter SPD will mit einem Plan dagegen vorgehen. Doch was sagen die Vereine dazu?

Schwerte

, 31.10.2018, 18:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bislang ist es nur ein Antrag für den Sportausschuss: Jeder Erstklässler soll ab dem Schuljahr 2020/21 kostenlos für ein Jahr in einem Schwerter Sportverein Mitglied werden können. Die Kosten dafür soll die Stadt übernehmen. Das Programm werde vorerst auf fünf Jahre begrenzt, so der Antrag.

„Nähere Details muss man noch erarbeiten“, erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende Angelika Schröder am Mittwoch auf Anfrage. Es gehe zunächst einmal darum, die Idee auf den Markt zu bringen. Ob es Beschränkungen hinsichtlich der Vereine oder der Beiträge geben solle, das müsse die Diskussion ergeben. „Mir persönlich wäre es lieb, wenn es da keine Beschränkungen gäbe.“ Der Plan könne erst 2020 umgesetzt werden, da der Haushalt für das kommende Jahr bereits mit dem laufenden Jahr als Doppelhaushalt beschlossen wurde.

Über 400 Erstklässler pro Jahrgang

„Rund 400 Erstklässler gibt es im kommenden Jahr“, so Stadtsprecher Carsten Morgenthal. Im Jahr 2020/21 werden es nach heutigen Berechnungen ein paar mehr sein. Wie viele von denen dann das Angebot annehmen würden, ist ungewiss, sodass die Kosten nur grob kalkuliert werden können.

Zumal die Vereine sehr unterschiedliche Mitgliedsbeiträge haben, wie unsere stichprobenartigen Anfragen am Mittwoch ergeben haben: 180 Euro kostet eine Mitgliedschaft für Kinder beispielsweise im Judoclub. Im Kanu- und Surfverein zahlen Kinder 108 Euro. In Mehrsparten-Vereinen wie der SG Eintracht Ergste variiert der Betrag je nach Abteilung: Zum Grundbeitrag von 60 Euro kommen Abteilungsbeiträge von 12 Euro (Handball, Schwimmen, Tennis) über 18 Euro (Leichtathletik) bis zu 24 Euro (Fußball). Nur die Turn- und die Tischtennisabteilungen kommen ohne Zusatzbeitrag aus.

Nicht nur Beiträge machen Sport teuer

Grundsätzlich halten die Vereinsvorsitzenden Rolf Heimann (Judoclub), Dirk Kienitz (SG Eintracht Ergste) und Klaus Volke (Kanu- und Surfverein) die Idee für gut. „Ich könnte mir schon vorstellen, dass es den Einstieg leichter macht“, so Volke. Dirk Kienitz kennt durchaus Fälle, in denen eine Mitgliedschaft an den finanziellen Möglichkeiten der Eltern scheitert. „Auch, wenn unsere Satzung reduzierte Mitgliedsbeiträge ermöglicht.“

Der Mitgliedsbeitrag ist eine Sache, langfristig entstehen bei einigen Sportarten aber zusätzliche Kosten für die Ausrüstung: „Anfangs kann man als Verein eine Grundausstattung zur Verfügung stellen. Auf lange Sicht braucht man ein Boot, Paddel, Neoprensachen. 1000 Euro kommen da schnell zusammen“, so Kanute Klaus Volke.

Einstieg im Kindergartenalter wünschenswert

Unterschiedlich beurteilen die Vereinsvorsitzenden das Alter der Zielgruppe: Grundschüler seien für den Kanu- und Surfverein sowie den Judoclub das ideale Klientel für den Einstieg, so Heimann und Volke. Der SG-Vorsitzende Kienitz sagt: „Glaubt man Sportwissenschaftlern, wäre ein Einstieg im Kindergarten-Alter noch wünschenswerter.“

Fitness der Schwerter Kinder im oberen Mittelfeld

Über die Fitness dieser Altersgruppe gibt es für Schwerte keine Daten. Im Gegensatz zu den Grundschülern: Denn bereits seit elf Jahren lädt der Stadtsportverband die Viertklässler zur Vielseitigkeitsprüfung ein.

Die jüngsten vorliegenden Ergebnisse stammen aus dem Jahr 2017. Damals nahmen 348 Schüler teil und erreichten im Durchschnitt 3,42 von fünf Punkten. Damit lagen sie im oberen Mittelfeld der Leistungsgruppen. Das zeigen auch die Einzelergebnisse: Über 50 Prozent der Schüler hatten Ergebnisse von fünf oder vier Punkten erhalten, nur rund 20 Prozent wurden mit einem oder zwei Punkten bewertet. Insgesamt war der Stadtsportverband zufrieden mit der Sportlichkeit der Schwerter Schüler. Allerdings gibt es auch immer wieder Ausreißer.

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