Krankenkassen bezahlen nur noch alle drei Jahre den Check up 35

rnCheck-up ab 35

Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf regelmäßige Vorsorgechecks, die die Krankenkasse bezahlt. Der sogenannte „Check up ab 35“ wird künftig aber nur noch alle drei Jahre übernommen.

Schwerte

, 23.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum Check-up, der jetzt offiziell Gesundheitsuntersuchung heißt, gehören eine körperliche Untersuchung, ein Test der Blut- und Urin-Werte, ein Beratungsgespräch und eine ausführliche Anamnese. Neu ist seit dem 1. April 2019, dass Versicherte zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr einmalig zum Check-up gehen können. Ab 35 wird der Check up nur noch alle drei statt bisher zwei Jahre übernommen. Wenn beim Patienten bestimmte Risikofaktoren vorliegen, dürfen Ärzte allerdings auch kürzere Intervalle als drei Jahre wählen.

Gesamtcholesterin erhoben

Die Blutuntersuchung wurde im Gegensatz zu früher erweitert: Künftig wird ein vollständiges Lipidprofil erstellt – bestehend aus Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin sowie Triglyceriden.

Das zielt auf die Früherkennung von Herz-Kreislauf-Problemen, Nierenerkrankungen und Diabetes ab. Neu ist auch die Überprüfung des Impfstatus. Die Leberwerte werden hingegen bisher nicht erhoben, was von Medizinern kritisch gesehen wird. Sie könnten Hinweise auf eine alkohol- oder virusbedingte Hepatitis geben. Das Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG) wurde allerdings beauftragt zu prüfen, ob ein Screening auf Hepatitis B und C sowie auf Depressionen als weitere Früherkennungsuntersuchungen im Rahmen einer Neufassung des Check-up 35 empfohlen werden sollte.

Ältere, gebildete Menschen nehmen häufiger teil

Sowohl die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) als auch die Deutsche Akademie für Präventivmedizin (DAPM) hatten sich bereits im Vorfeld für eine Neufassung der Untersuchung ausgesprochen. Die Bestimmung von Laborparametern, die Blutdruckmessung und die Erhebung anthropometrischer Daten führten per se noch nicht zu einer Reduktion des Krankheitsrisikos. Von entscheidender Bedeutung sei eine individuelle, evidenzbasierte Beratung, die in konkrete und realistisch umsetzbare Maßnahmen für die Patienten münde, heißt es in einem Positionspapier der DAPM. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) werden im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung noch stärker als bisher gesundheitliche Risiken und Belastungen erfasst und bewertet.

Bisherige Daten zu Gesundheitsscreenings belegten, dass die Untersuchungen vor allem dann sinnvoll werden, wenn der Patient sie wiederholt wahrnimmt. Bislang seien es besonders ältere Menschen mit guter Bildung, die am Check-up teilnähmen, so die DGIM.

Übergangsfrist

Für Patienten, bei denen 2017 ein Check-up durchgeführt worden ist, gilt eine Übergangsfrist: Sie können noch bis zum 30. September 2019 das zweijährige Untersuchungsintervall nutzen. Nach Protesten der Versicherten hatten sich KBV und die Krankenkassen auf diese Frist geeinigt.

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