Kreis Unna ermittelt: Wo wurde Wurst von Wilke verkauft?

rnLebensmittelskandal

Der Lebensmittelskandal um die Wurstfabrik Wilke beschäftigt auch die heimischen Behörden. Beim Kreis ist man der Wurst auf der Spur. Und hat schon viele Händler ausgemacht.

Schwerte, Selm, Lünen, Werne

, 10.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der ersten Meldung waren es nur 50, mittlerweile sind es rund 1o0 Betriebe, die im Kreis Unna Wurst von der hessischen Fabrik Wilke erhalten haben. Bei der Lebensmittelüberwachung des Kreises geht man derzeit allen Vertriebswegen nach. „Wir rufen jeden Betrieb an, um sicher zu gehen, dass dort der Rückruf bekannt ist“, erklärte Dr. Anja Dirksen, Sachgebietsleiterin für Lebensmittelüberwachung beim Kreis auf Anfrage. Da es sich bei vielen Betrieben aber um Großhändler handelt, die die Waren wiederum weiter verkaufen, ergäben sich neue Vertriebswege, denen man ebenfalls nachgehen müsse.

1o0 Betriebe im Kreis sind betroffen

Unter den 100 Betrieben im Kreis Unna, die Waren aus der Fabrik in Hessen bekommen haben, seien nicht nur Händler, Supermärkte oder Großhändler. Auch Kantinen, andere gastronomische Betriebe und sogar Imbissbuden erhielten Fleisch und Wurstwaren aus der hessischen Fabrikation.

Auch wenn es wegen der großen Anzahl der Betriebe sehr aufwendig sei, bestehe eine Pflicht zur Dokumentation. Alle Lebensmittelbetriebe müssen Ein- und Ausgänge ihrer Waren dokumentieren, sodass man zuverlässig nachvollziehen kann, wo die Waren hingehen und ob sie zurückgegeben werden.

Verbraucher müssen selber nach betroffener Wurst schauen

Schwieriger ist das beim Endverbraucher. Denn wer am Ende eine Wurst zum Verzehr kauft, wird natürlich nicht in den Büchern festgehalten.

Mittlerweile haben die Behörden aber eine Liste mit den Markennamen erstellt, unter denen die Produkte verkauft wurden. Angesichts der vielen Fälle sah sich der Kreis gestern nicht in der Lage, die Verkaufsstellen den einzelnen Städten des Kreises zuzuordnen.

Beim Schwerter Marienkrankenhaus, das eine der größten Küchen im Kreis betreibt, erklärte man auf Anfrage, dass man alles überprüft habe und keine Waren von Wilke zum Einsatz gekommen seien.

Darum geht es beim Wurstskandal

In Produkten des hessische Wurstwarenherstellers Wilke waren Listerien entdeckt worden. Die Keime hatten nachweislich zu 37 Krankheitsfällen und zwei Todesfällen geführt. Listerien sind Bakterien, die vor allem für Neugeborene, ältere Menschen, Schwangere und Menschen mit chronischen Krankheiten gefährlich werden können.

Zu den Produkten gehören nicht nur Wurstwaren, sondern auch vegetarische Produkte. Neben verpackter Ware gab es auch Produkte für Kantinen, so gehörten auch die Restaurants von Ikea zu den Kunden der Fabrik.

Da Listerien eine meldepflichtige Krankheit ist, konnte man die Quelle bis zu der Wurstfabrik, die inzwischen geschlossen wurde, zurück verfolgen.

Liste

Folgende Marken sind betroffen

Hinter folgende Markennamen können sich auch Produkte von Wilke verbergen. Genau wie die Eigenmarke sind sie mit dem Identitätskennzeichen DE EV 203 EG versehen.
  • Haus am Eichfeld
  • Metro Chef
  • Service Bund „Servisa“
  • CASA
  • Pickosta
  • Sander Gourmet
  • Rohloff Manufaktur
  • Schnittpunkt
  • Korbach
  • ARO
  • Findt
  • Domino

    Die betroffenen Produkte können im Handel gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden.
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