Kreis Unna: Kein einziger Corona-Patient mehr auf der Intensivstation

rnFallzahlen sinken

Der Zahl der Menschen, die schwer an Covid-19 erkrankt sind, sinkt weiter. Beim Kreis Unna hieß es am Mittwoch erstmals: Kein Corona-Patient liege mehr auf einer Intensivstation.

Schwerte

, 27.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie geht es den Menschen in Schwerte und den anderen Orten im Kreis Unna, die als Corona-krank gelten? Über Einzelfälle dürfen die Behörden nichts sagen. Da gehe es nicht nur um den Datenschutz an sich, sondern auch um die ärztliche Schweigepflicht, erklärt Max Rolke, Sprecher des Kreises Unna, auf Anfrage.

Auf die Frage, wie es dem einzelnen Patienten geht, gibt es also keine öffentliche Antwort. Über die Gesamtsituation darf Rolke indes sprechen. Da erfährt er die aktuellen Angaben von seinen Kollegen aus dem Gesundheitsamt.

Das Beispiel Schwerte zeigt, wie stark die Fallzahlen rückläufig sind. Galten vor dem Wochenende noch 16 Menschen als aktuell Corona-krank, so waren es am Montag noch 9, am Dienstag 8, am Mittwoch sogar nur noch 7.

Nur 5 von 39 noch stationär in Kliniken

Handelt es sich dabei um Menschen mit schwerem oder leichtem Krankheitsverlauf? Auch diese Frage beantwortet Rolke nur allgemein und das mit Blick auf die Zahlen für den gesamten Kreis. 39 Infizierte gebe es, 34 von ihnen seien zuhause, nur 5 stationär in Kliniken. Und von diesen schwerer Kranken müsse derzeit keiner auf einer Intensivstation behandelt werden.

Allerdings, das ist Rolke wichtig, das bedeute natürlich keine komplette Entwarnung: „Wir müssen weiter hellwach sein.“ Die Fallzahlen könnten ja auch wieder steigen.

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Führen die Lockerungen zu mehr Neuinfizieren?

Was aber erfreulich sei: Nach den ersten Lockerungen Mitte Mai hätte es ja sein können, dass die Kurve der Neuinfizierten wieder nach oben gehe. „Das ist aber etwas, das wir derzeit nicht beobachten“, verdeutlicht Rolke.

Der Effekt hätte eigentlich schon sichtbar werden müssen. Im Regelfall würden vier bis sechs Tage nach der Infizierung die ersten schweren Symptome auftreten, auch wenn die Inkubationszeit natürlich bis zu 14 Tage dauern kann.

„Wir müssen weiter hellwach sein“, betont Max Rolke,

„Wir müssen weiter hellwach sein“, betont Max Rolke, Sprecher des Kreises Unna. © Kreis Unna

Kreis stockte Gesundheitsamt und Corona-Stellen auf 150 Mitarbeiter auf

Wie hoch die Neuinfektionszahlen sind, interessiert den Kreis auch aus personellen Gründen. Denn seit Beginn der Corona-Pandemie war man flexibel: Normalerweise gibt es im Gesundheitsamt des Kreises Unna sieben bis zehn „Gesundheitsaufseher“. In der Hochphase der Krise habe man 30 bis 40 Personen dorthin gezogen, erklärt Rolke. Sie seien aus anderen Abteilungen des Kreises gekommen, wo nun nicht mehr viel oder gar nichts zu erledigen gewesen sei. 40 weitere Mitarbeiter hätten am Bürgertelefon gesessen, denn „um die Flut an Anfragen zu Corona zu beantworten“.

Insgesamt seien 150 Mitarbeiter mit Corona-Fragen betraut gewesen. Nun würden viele wieder an die gewohnten Plätze zurückkehren.

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