Kuhbar-Chefin stellt klar: Mein Ex-Mann hat die Eis-Firma nicht gegründet

rnMartina Ostermann

Nachdem ihr Ex-Mann die Firma Kuhbar verlassen hat, geht Martina Ostermann in die Offensive. Ihr Ex sei weder der Erfinder noch der Gründer der Kuhbar. Und erzählt erstmals, wie es war.

Schwerte, Dortmund

, 28.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Büroraum in der Kuhbar-Manufaktur ist erstaunlich klein für ein Unternehmen dieser Größe. An dem überschaubaren Tisch sitzen zwei Frauen, Martina Ostermann und Dr. Heike Papenhof. Seit Anfang Mai leiten sie gemeinsam das Franchise-Unternehmen. Und eine von ihnen betont: „Ich habe die Kuhbar gegründet und das System erfunden. Mein Ex-Mann war halt für viele öffentliche Termine zuständig.“

Martina Ostermann legt einen Gewerbeschein vor. Der belegt, dass sie im Dezember 2006 das Unternehmen alleine gegründet hatte. Zuvor hatte sie ihren Job bei der Barmer Ersatzkasse als Leiterin der Abteilung Krankengeld gekündigt. Ihr damaliger Ehemann, Bernd Ostermann, habe da noch in seinem ursprünglichen Job, im Maschinenbau gearbeitet, mit einer 60-Stunden-Woche. Die Kuhbar sei damals allein ihr Projekt gewesen. Erst vier Jahre später kündigte Bernd Ostermann seinen Job, stieg auch in die Firma ein. Und wurde auch gleich das Gesicht der Firma. „Er hat viele Termine in der Öffentlichkeit übernommen“, sagt Martina Ostermann. Ihr sei das damals immer ganz recht gewesen. „Ich bin Unternehmerin mit Leib und Seele.“

„Mein Mann hat nie selber Eis gemacht“

Auch nach der Trennung des Ehepaars vor acht Jahren blieb die Aufgabenverteilung ähnlich. „Bernd hat zum Beispiel nie selber Eis gemacht“, sagt sie. Sie selbst hingegen habe in der ersten Zeit ganz allein das Eis in der ersten Kuhbar in Berghofen gemacht.

Und auf die Idee aus ihrer Eisdiele ein Franchise-Unternehmen zu machen, habe sie ein Kundin gebracht. „Als mein Mann 2010 ins Unternehmen eintrat, gab es bereits sieben Filialen“, betont Martina Ostermann.

Warum die Kuhbar-Geschäftsführerin jetzt damit an die Öffentlichkeit geht, hat mit Bernd Ostermanns Ausscheiden aus dem Unternehmen zu tun. Nachdem Bernd Ostermann den Verkauf seiner Anteile öffentlich bekannt gegeben hatte, sei der Eindruck verfestigt worden, dass er das Unternehmen Kuhbar sei. „Das hat mich schon immer geärgert. Aber als dann noch Kunden auf uns zu gekommen sind und gefragt haben, wie es mit dem Unternehmen weitergeht nach dem Ausstieg“, fand sie, es sei Zeit, den eigenen Standpunkt zu vertreten.

Es seien sogar Leute in die Eisdiele gekommen, die hätten Eis gekauft, „weil es das bald ja nicht mehr gibt.“

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„Für die Kuhbar ändert sich eigentlich nichts“

Dabei würde sich eigentlich für die Kuhbar nichts ändern. Denn das Team mit 20 Festangestellten und den vielen Franchisenehmern sei ja dasselbe. „Und unsere Arbeit hier war schon immer Teamwork“, betont Martina Ostermann. Sie verweist auf Christina Rüden, seit Jahren in der Eismanufaktur, von ihr stammen die meisten Rezepte für die ganz speziellen Eissorten.

Für den Großteil des Marketings von der Kuh Louise bis zu den Postkarten sei sie schon immer zuständig gewesen. Die Milch, immerhin 80.000 Liter im Jahr, werde weiterhin von einem Bauern aus Waltrop bezogen. Das Eis in der Manufaktur nach eigenen Rezepten in der Maufaktur in Schwerte hergestellt.

Eine App für alle Kuhbars zur Kundenbindung

Geändert hat sich aber doch etwas: Mit Dr. Heike Papenhof ist nicht nur eine zweite Frau in die Geschäftsführung eingetreten, sondern auch eine ausgewiesene Marketing-Expertin. Gemeinsam mit Martina Ostermann entwickelte die Wirtschaftsprofessorin und Unternehmensberaterin eine digitale Kundenkarte auf Basis einer Handy-App. Mit der neuen Kuhbar-App kann man wie mit dem guten alten Markenheftchen Treuepunkte sammeln und die dann einlösen. Und zwar bei allen Kuhbars.

Außerdem werden die Kunden über den Kuhtipp der Woche informiert, also welche spezielle Eissorte aktuell im Angebot ist. „Wir nennen das Kubar 2.0“, sagt Heike Papenhof. Immerhin 4800 Nutzer haben sich die App bereits in der ersten Woche runtergeladen.

Und in diesem Sinne ändert sich auch die Kuhbar.

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