Kuriose Chemikalie sorgt bei Richtern für Erstaunen

29-jähriger Schwerter in Hagen verurteilt

Für den Besitz von Amphetaminen ist am Montag ein Schwerter vom Hagener Gericht verurteilt worden. Doch der 29-Jährige sorgte nicht etwa wegen der Drogen für große Verwirrung bei den Schöffen, sondern vielmehr wegen des Besitzes einer sehr vielfältig einsetzbaren Flüssigkeit.

SCHWERTE

20.07.2015 / Lesedauer: 2 min

Der 29-jährige Angeklagte, der beruflich mit chemischen Substanzen zu tun hat, ist mit einem blauen Auge davongekommen. Elf Monate Haft auf Bewährung für den Besitz von einer beachtlichen Menge an Amphetaminen, urteilen die Hagener Richter am Montag.  

Für großes Erstaunen hat der Schwerter jedoch mit dem Besitz einer ganz anderen Substanz gesorgt: Bei der Durchsuchung seiner Wohnung entdeckten Beamten gleich mehrere Liter der Chemikalie Gammabytrolacton (GBL). Das GBL hatte sich der Angeklagte bei einem niederländischen Internetshop besorgt. Eingesetzt wird es zu der Entfernung von Graffitis - oder als Partydroge. Dass der 29-Jährige daneben auch das Amphetamin in seiner Wohnung hatte, rückte da beim Hagener Gericht fast in den Hintergrund. Das Verfahren um die vielfältige Flüssigkeit wurde letztlich jedoch eingestellt.

Eine kleine Menge ausprobiert 

Der Angeklagte hat ohne Umschweife zugegeben, das Amphetamin und eben auch das GBL besessen zu haben, machte aber deutlich: "Das Amphetamin war für den Eigenbedarf gedacht. Ich habe eine größere Menge eingekauft, weil sich das mehr lohnte. Mit dem GBL habe ich Graffitis am Elternhaus entfernt. Eine kleine Menge habe ich mal ausprobiert. Man wird ein bisschen angeheitert davon."

Drogen in der Spülmaschine versteckt

Der Schwerter war in den Verdacht geraten, zwischen 2013 und Juni 2014 mit Amphetaminen gehandelt zu haben. Bei einer ersten Hausdurchsuchung am 23. Juni entdeckte die Polizei rund 44 Gramm dieser Substanz in einer Tupperdose, die in der Spülmaschine versteckt war. Ein ganzes Arsenal an Laborutensilien fanden die Durchsuchungsbeamten offenbar nicht. 

Kaum drei Wochen später, am 15. Juli, haben sie die Schwerter Wohnung erneut auf den Kopf gestellt. Auch diesmal wurden sie fündig und stellten neben einem gut ausgestatteten "Chemiebaukasten" rund 33 Gramm Amphetamin sicher, das sich zum Teil unter dem Rand der Kloschüssel versteckt war. 

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