Laschet lobt Schwerte für Demografie-Ausschuss

SCHWERTE Als vorbildlich im Umgang mit dem demografischen Wandel hat NRW-Generationenminister Armin Laschet die Stadt Schwerte öffentlich gelobt. Das stetige Älterwerden der Gesellschaft beschäftigt die NRW-CDU am Samstag auf ihrem Landesparteitag in Dortmund.

von dpa

, 13.06.2008, 07:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Laschet lobt Schwerte für Demografie-Ausschuss

Nordrhein-Westfalens Bevölkerung wird älter. Das soll Konsequenzen haben, so Generationenminister Laschet.

In einigen Regionen des Landes werde bis 2025 ein Bevölkerungsrückgang zwischen 10 und 16 Prozent prognostiziert, sagte Laschet in Düsseldorf. In manchen Großstädten werde die Bevölkerung dagegen deutlich wachsen.

«Über die Folgen müssen wir jetzt nachdenken», mahnte der Minister.

Erster Demografieausschuss in NRW Als vorbildlich hob Laschet Initiativen in Bielefeld und Schwerte hervor. Bielefeld habe eine Demografie-Beauftragte, Schwerte als erste Kommune in NRW einen Demografie-Ausschuss eingesetzt, der sich mit jeder Ratsentscheidung auseinandersetze. Auch auf Landesebne müsse jedes Gesetz vor der Verabschiedung einen „Generationen-Check“ durchlaufen, betonte Laschet. Darüber werde er wachen.

Laschet: Auhebung von  Altersbegrenzung nötig

In der Gesellschaft dürften keine Negativ-Szenarien von einem „Aufstand der Alten“, entworfen werden, kritisierte der CDU- Politiker. Stattdessen müsse schon im Kindergarten darauf geachtet werden, ein modernes Bild einer aktiven älteren Generation zu vermitteln. Nicht mehr zeitgemäß seien Altersbegrenzungen in Beruf und Ehrenämtern. Dewegen gehörten sie abgeschafft. Dies sieht auch der CDU-Leitantrag für den Parteitag vor.

„Mit dem demografischen Wandel ist es ein bisschen wie mit der Gletscherschmelze“, sagte Laschet. „Es findet schleichend statt, man nimmt nicht es nicht wahr.“ Dabei seien große Herausforderungen zu bewältigen, etwa beim Facharbeitermangel oder auch in der Pflege.

Keine globalen Antworten

Anders als beim Klimawandel gebe es auf die vielfältigen Fragen der älter werdenden Gesellschaft keine globalen Antworten. Vielmehr müsse jedes Land und jede Kommunen selbst handeln. „Viele EU-Staaten haben Bevölkerungszuwachs. Dort stellen sich die Probleme ganz anders.“

In Gelsenkirchen wird bis 2025 ein Rückgang der Bevölkerungszahlen um über 16 Prozent erwartet, im Hochsauerlandkreis um rund 13 Prozent Als wachsende Regionen gelten dagegen Köln, Bonn und Aachen. In ganz NRW wird die Bevölkerungszahl bis 2050 voraussichtlich um 2 Millionen auf rund 16 Millionen sinken. Die Zahl der über 80-Jährigen wird sich den Prognosen zufolge bis dahin auf rund 2,2 Millionen verdreifachen.

Mehr Zuwanderkinder aufs Gymnasium

Bei ihrem Landesparteitag wird sich die CDU auch mit der Frage auseinandersetzen, wie Zuwanderer besser in die schrumpfende deutsche Gesellschaft integriert werden können. „Wir müssen mehr Zuwandererkinder aufs Gymnasium kriegen“, sagte Laschet. Während in NRW knapp jeder dritte deutsche Schulabgänger sein Abitur in der Tasche hat, erreicht dies nur jeder neunte ausländische Absolvent. Um ihre Qualifizierung zu fördern, versucht die Landesregierung, mehr Schulabgänger mit Zuwanderungsgeschichte für den Lehrerberuf zu gewinnen.

Fast 40 Prozent der bis zu sechs Jahre alten Kinder in NRW haben eine Zuwanderungsgeschichte. Insgesamt leben hier 4,2 Millionen Bürger mit ausländischen Wurzeln. Das sind rund 25 Prozent der Landesbevölkerung.

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt