Mit bunten Laternen durch den Vorgarten an der Lichtendorfer Straße: Die Kinder aus Schwerte-Ost probten am Freitagmittag (15.10.) schon mal für ihren Martinszumzug. © Reinhard Schmitz
Martinszüge in Schwerte

Laternen-Umzüge wieder erlaubt – aber nicht alle Ortsteile machen mit

Laterne, Laterne... Das Lied kann wieder geprobt werden. Nach der Coronapause sind Martinszüge wieder erlaubt. Nicht alle kehren sofort zurück. In Schwerte-Ost springen engagierte Mütter ein.

Die Augen mussten blinzelnd gegen die Strahlen der tiefstehenden Herbstsonne ankämpfen. Vom zarten Licht der LED-Birnchen in den Laternen war so gut wie nichts zu bemerken. Doch das konnte Leonie, Carlotta, Neo und ihren Freunden aus Schwerte-Ost die Freude nicht verderben, als sie am Freitagmittag (15.10.) quasi zur Generalprobe für ihren Martinszug durch einen Vorgarten der Eisenbahnersiedlung stapften.

Die Traditionsveranstaltung, im vergangenen November wegen der Corona-Krise von den Kindern traurig vermisst, kann wieder stattfinden.

Stadtsprecher: Die Martinszüge sind wieder erlaubt

„Die Martinsumzüge sind dieses Jahr wieder erlaubt und wurden auch schon von einigen angemeldet“, berichtet Stadt-Pressesprecher Ingo Rous auf Anfrage. Die 3G-Regelungen (geimpft, genesen, getestet) zum Coronaschutz würden nicht gelten, da es sich in den meisten Fällen ja nicht um Großveranstaltungen mit mehr als 2500 Besuchern handele.

Bei Veranstaltungen im Freien könne nach der aktuell gültigen NRW-Coronaschutzverordnung auch auf das Tragen einer Maske verzichtet werden.

Aufgesetzt müsse sie aber, falls Sanitäranlagen genutzt oder Speisen und Getränke angeboten werden, in den Warteschlangen und von den Personen, die die Verpflegung ausgeben. Außerdem sei dabei der Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten. Kinder bis zum Schulalter seien aber aktuell von der Maskenpflicht generell befreit.

Piraten, Fische, Sonnen: Ihre fantasievollen Martinslaternen hatten die Kinder von Schwerte-Ost zum Teil sogar selbst gebastelt.
Piraten, Fische, Sonnen: Ihre fantasievollen Martinslaternen hatten die Kinder von Schwerte-Ost zum Teil sogar selbst gebastelt. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Der Stadtsprecher empfiehlt, Martinszüge anzumelden, da die Polizei bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsflächen eine Genehmigung erteilen müsse. Bei einem Umzug ausschließlich auf privatem Gelände werde die Polizei nur informiert.

„Mit Ordnungsamt und Polizei ist alles geklärt“, sagt Pia Czajkowski, die an der Seite von Nadine Bönig den Martinszug in Schwerte-Ost vorbereitet.

Mütter aus Schwerte-Ost haben sogar eine Reiterin organisiert

Anstelle des Kindergartens haben die Mütter die Organisation der Veranstaltung selbst in die Hände genommen: „Es kann nicht sein, dass die Kinder noch ein Jahr ohne St. Martin verbringen müssen.“ Der führt sogar hoch zu Ross den Laternenzug an. Eine Reiterin wird die Aufgabe übernehmen.

Umzug in Schwerte-Ost ist nicht öffentlich

Allerdings ist der Umzug am 11. November (Donnerstag), der um 17 Uhr am Gehrenbachsee startet, nicht öffentlich. Teilnehmen können die 130 Mädchen und Jungen, die schon angemeldet sind. Zur Unterstützung haben die engagierten Mütter eine Vielzahl von Sponsoren gewinnen können – von den heimischen Banken über die Eisenbahner-Wohnungsgenossenschaft bis zu Blumen Christina und Gastronom Carlos.

Was von den Spenden am Ende noch übrig bleibe, gehe an den Kindergarten Schwerte-Ost, kündigt Pia Czajkowski an.

In Ergste soll die Laternenrunde erst nächstes Jahr wieder starten

Auf der anderen Seite der Ruhr, wo in Ergste auch immer eine Reiterin vorneweg zog, wird der große Martinszug indes weiterhin ausfallen. „Wir machen es in diesem Jahr nicht“, erklärt Silke Passavanti vom Gemeindeförderwerk St. Monika: Zuvor hatte sie sich mit der in Auflösung befindlichen Ergster Familienaktion und dem Kindergarten Zwergenland beraten, die früher gemeinsam die Veranstaltung ausgerichtet haben.

Das sei in der jetzigen Situation aber einfach noch zu heikel. Man brauche ein eigenes Sicherheitskonzept. Auch die große Menge der Kinder – jeweils an die 150 bis 200 Teilnehmer – sowie die derzeit grassierende Erkältungswelle bereiten den Organisatoren Bauchschmerzen.

Deshalb habe man, so Silke Passavanti weiter, entschieden, nicht auf Biegen und Brechen bereits in diesem Jahr einen Martinszug durch Ergste zu schicken. Es sei besser, wenn dieser noch einmal in kleinen Gruppen stattfinde, beispielsweise in Kindergartengruppen. Gleichzeitig verspricht die frühere Mit-Organisatorin: „Wir machen es herzliche gerne und werden es nächstes Jahr wieder in Angriff nehmen.“

Wo gibt es weitere Martinszüge?
  • Für die Kinder ist es immer ein besonderes Erlebnis, mit ihren Laternen in der anbrechenden Dämmerung oder gar Dunkelheit durch die Straßen zu marschieren.
  • Eine komplette Übersicht, wo dies in Schwerte überall möglich ist, gibt es derzeit leider noch nicht.
  • Veranstalter können weitere Martinszüge deshalb gern der Redaktion zur Veröffentlichung melden, am besten per Mail an: schwerte@lensingmedia.de
Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz