Leiterin der Schwerter Musikschule geht in Rente

Brigitte Bleser

Das Jahr 2017 beginnt für Brigitte Bleser mit einem komplett neuen Lebensabschnitt. Die Leiterin der Schwerter Musikschule geht in Rente. Einen Wunsch wird die 62-Jährige sich dann noch erfüllen. Wir haben mit der Leiterin über ihre musikalischen Anfänge und ihren Werdegang gesprochen.

SCHWERTE

, 13.12.2016, 16:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Leiterin der Schwerter Musikschule geht in Rente

Brigitte Bleser war 42 Jahre lang an der Schwerter Musikschule tätig, die vergangenen elf Jahre als Leiterin.

Musik bestimmte schon immer das Leben von Brigitte Bleser. In Dortmund aufgewachsen lernte sie in frühester Kindheit in der Schule Blockflöte zu spielen. Töne und Noten waren daheim immer präsent: „Meine Großmutter war Klavierlehrerin, meine Mutter spielt auch Klavier. Und mein Vater konnte perfekt Radio spielen“, erzählt sie mit einem Augenzwinkern. Da in der kleinen Wohnung der Familie jedoch kein Platz mehr für ein großes Klavier war, lernte die kleine Brigitte ein handlicheres Tasteninstrument: Das Akkordeon. „Das war wirklich mehr ein Notbehelf“, erinnert sie sich.

Und so war es für sie dann rückblickend auch nicht verwunderlich, dass sie mit 13/14 Jahren auf überhaupt nichts mehr Lust hatte. „Ich hörte mit dem Akkordeonspielen auf und wollte auch nicht mehr zur Schule gehen“, so Brigitte Bleser. Da kam es ihr zugute, dass gerade die Umstellung des Schuljahreswechsels von Ostern auf Sommer war. „So konnte ich ganz schnell mit 15 die mittlere Reife machen. Ich machte dann in Unna eine Lehre zur Zahnarzthelferin. Doch schon während der Ausbildung merkte ich, dass das nichts für mich war“, gibt Brigitte Bleser heute zu.

Mit 17 Jahren das Studium begonnen

Zarte 17 Jahre alt war sie, als sie die Lehre erfolgreich beendete. „Auf Bitte meines Chefs arbeitete ich noch ein halbes Jahr weiter.“ Sie kramte ihr Akkordeon wieder hervor und bereitete sich parallel auf die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule Dortmund vor – damals brauchte man dafür noch kein Abitur. Mit 17 begann sie ihr Studium mit Schwerpunkt Akkordeon, Alte Musik und Blockflöte. 1975 machte Brigitte Bleser ihr erstes Examen, 1978 kam ihr Sohn zur Welt und 1980 absolvierte sie das zweite Examen. Schon während des Studiums streckte sie ihre Fühler nach Schwerte aus und unterrichtete an der Musikschule Flöte.

Das ungeliebte Akkordeon aber rührte Brigitte Bleser nach dem Examen nie wieder an. „Es ist ein tolles Instrument, aber einfach nicht für mich. In der Musikschule konnte ich es nicht so anwenden, wie ich es gewollt hätte. Ich wollte darauf Bach spielen, aber die Musikschüler möchten Schneewalzer und Unterhaltungsmusik. Dafür steht dieses Instrument.“ Sie verkaufte es.

15 verschiedene Instrumente nennt sie ihr Eigen

Ihre Liebe zu alter Musik fokussierte Brigitte Bleser stattdessen auf die Flöten. 15 verschiedene Instrumente in allen Größen nennt sie ihr Eigen. „So ein Holzstück kauft man nur, wenn man sich darin verliebt hat. Man nimmt es in die Hand und weiß sofort, dass es das richtige ist“, schwärmt sie. Sie liebt die Vielfältigkeit der Flöten: „Vom Minnegesang über Barock bis hin zu zeitgenössischer Musik ist alles möglich.“ Außerdem dazugekommen ist noch die klassische Gitarre.

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Aber Brigitte Bleser wird auch weiter als Honorarkraft der Schwerter Musikschule erhalten bleiben. „Und ich habe hier noch die Kammermusikgruppe ,Wood and more‘. Und eine Gruppe mit Damen über 30, die ich schon seit der ersten Schulklasse unterrichte. Wir haben Spaß am gemeinsamen Spiel und werden das auch weiter treiben.“ Doch nun freut sie sich erst mal auf reichlich Zeit mit ihren beiden kleinen Enkelkinder und ihrem Mann. „Er ist schon seit zehn Jahren in Rente und hat mir immer zu Hause den Rücken freigehalten.“ Denn eines sei klar, den Job als Musikschulleiterin schaffe man nicht mit 38,5 Wochenstunden. Und deshalb haben sie und ihr Mann sich zu diesem Jahreswechsel einen ganz besonderen Luxus gegönnt. „Wir fahren in unser Ferienhaus in Empuriabrava – ohne Rückflugticket.“

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Die Musikschule
  • Zwei Vollzeitkräfte und sieben Teilzeitkräfte sind bei der Schwerter Musikschule beschäftigt.
  • Außerdem arbeiten für die Musikschule je nach Angebot 30 bis 35 Honorarkräfte.
  • 1500 Schülerinnen und Schüler besuchen die Musikschule.
  • Außer Fagott, Tuba und Harfe wird derzeit an der Musikschule jedes Instrument sowie Gesang unterrichtet.

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