Mädchen (7) von Mann in Schwerte angesprochen? - Das sagt die Polizei zu diesem Fall

Kiosk an der Sonnenstraße

Hat ein Mann ein Mädchen in Schwerte angesprochen? Wollte er sie zum Auto locken? Dieser Fall sorgt für Aufsehen bei Whatsapp und Facebook. Die Polizei sagt: Es war wohl ganz anders.

Schwerte

, 21.05.2019, 12:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mädchen (7) von Mann in Schwerte angesprochen? - Das sagt die Polizei zu diesem Fall

Die Mutter hat nach dem Vorfall an der Sonnenstraße die Polizei eingeschaltet. © Foto: Bernd Paulitschke

Am Montag gegen 13.20 Uhr sei ihre Tochter angesprochen worden - auf dem Nachhauseweg von der Schule zur Sonnenstraße. So warnte eine Mutter über Soziale Medien: Der fremde Mann habe in der Nähe des Kiosks gestanden und immer wieder gerufen: „Hallo, hallo, warte doch mal.“

„Bitte sprecht mit euren Kindern und haltet die Augen auf!“, warnte die Mutter auf Facebook. Gegenüber unserer Redaktion erklärte sie: „Ich will keinem was. Aber ich finde es wichtig, dass so ein Fall geteilt wird.“ Vielleicht stehe der Mann schon bald an einer anderen Schule - und „beim nächsten Mädchen hat er mehr Glück.“

Auch die Polizei ist informiert, wie Sprecher Thomas Röwekamp am Dienstag bestätigte: Kurz nach dem Vorfall habe sich die Mutter der Siebenjährigen bei den Kollegen in Schwerte gemeldet.

Mutter fuhr zum Kiosk - und der Mann war immer noch da

„Das Mädchen hat es gut gemacht“, so Röwekamp weiter. Nach dem Ansprechen sei es weg- und nach Hause gelaufen und habe dort vom Vorfall berichtet. Die Mutter habe sich dann sofort ins Auto gesetzt und sei zum Kiosk zurückgefahren. Sie habe den Mann noch gesehen, ihn aber nicht angesprochen und dann gesehen, wie er irgendwann in sein Auto gestiegen sei.

Dementsprechend konnte die Mutter den Mann auch gut beschreiben: Etwa 1,75 Meter groß sei er gewesen sowie 50 bis 55 Jahre alt. Er habe kurzes graumeliertes Haar und einen kurzen Bart gehabt, sei ein südländischer und untersetzter Typ gewesen. Auch die Art des Autos und das Kennzeichen notierte sich die Mutter.

Polizei: „Bisher kein Hinweis auf ein strafbares Handeln“

All das teilte sie auch der Polizei mit, die zudem das Mädchen befragte. „Wir gehen diesen Hinweisen immer nach“, unterstreicht Polizeisprecher Röwekamp. „Wir haben ein Kennzeichen und eine genaue Beschreibung, aber bisher keinen Hinweis auf ein strafbares Handeln.“

Deshalb hätten die Kollegen bisher auch keinen Kontakt zu dem Mann aufgenommen. Denkbar ist in solchen Fällen auch immer, dass die Polizisten zunächst einmal das betreffende Kind behutsam befragen, um herauszufinden, was tatsächlich passiert sei.

Zeuge meldet sich nach Facebook-Warnung - Neue Wendung

Dass der Mann das Mädchen ins Auto locken wollte - die Polizei geht aus einem zweiten Grund nicht davon aus: Nach der Warnung auf Facebook habe sich ein Zeuge gemeldet.

Er habe beobachtet, dass der Mann am Auto dieses „Hallo, hallo“ nicht in Richtung des Mädchens gerufen habe, sondern in Richtung eines Hauses. Das Mädchen habe es aber wohl auf sich bezogen. Wäre das anders gewesen, so der Zeuge weiter, wäre er aber auch eingeschritten.

Polizei: „Wir gehen mit diesen Sachen sehr vorsichtig um“

Generell sagt die Polizei zu solchen Fällen: Natürlich sei es verständlich und nachvollziehbar, dass die Betroffenen und andere Eltern solche Warnungen schnell in Sozialen Medien posten und weiter teilen würden. Dennoch unterstreicht Röwekamp: „Wir gehen mit diesen Sachen immer sehr vorsichtig um.“ Häufig stelle sich das „nach der dritten Facebook-Teilung oder in den Kommentaren dort dann ganz anders“ dar.

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