Marie machte DRK-Mitarbeiter zu Geburtshelfern

Schwerter Säugling

Erst ließ sie sich Zeit, dann ging es ihr nicht schnell genug: Marie Olivia Ahlers hat sich am vergangenen Samstag mit äußerster Entschlossenheit den Weg ins Leben erkämpft. Im heimischen Badezimmer in Schwerte - im Beisein einer Rettungswagenbesatzung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

SCHWERTE

, 18.02.2017, 07:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das zweite Kind von Andrea und Markus Ahlers war schon eine Woche „überfällig“, als Samstagfrüh die Wehen einsetzten. Andrea Ahlers alarmierte ihre Mutter, die sich während der Entbindung im Marienkrankenhaus zu Hause um den Erstgeborenen Mika kümmern sollte.

Doch dann ging es auch schon mit Macht los: „Ich hatte einen regelrechten Wehensturm. Den wollte ich abwarten, danach mit meinem Mann zum Krankenhaus fahren. Aber dann merkte ich plötzlich, dass wir das allein nicht mehr schaffen würden.“

DRK-Mitarbeiter als Geburtshelfer

Markus Ahlers wählte die 112, alarmierte den Rettungsdienst. „Meine Schwiegermutter hatte mich inzwischen an der Seite meiner Frau abgelöst, ich kümmerte mich um unseren Sohn Mika. Wir waren alle sehr aufgeregt.“

Das galt auch für die geburtsunerfahrenen Mitglieder des DRK. Vor allem ein Mitarbeiter, so erinnert sich Andrea Ahlers, sei die Ruhe selbst geblieben. „Der Vater von zwei Kindern hat dann Marie von meiner Mutter entgegengenommen.“

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Inzwischen sei auch der Notarzt angekommen. Auch den habe das kleine Wunder nicht kalt gelassen. Andrea Ahlers: „Der wird demnächst selbst zum ersten Mal Vater und hat bei uns seine erste Geburt erlebt. Der war auch ganz gerührt.“

Auf große Aufregung folgt große Freude

Bei aller Aufregung – Andrea Ahlers berichtet, sie habe sich stets sicher und bestens versorgt gefühlt. Auch wenn die Suche der Fachkräfte nach einer sterilen Schere ein wenig gedauert habe, wie sie sich schmunzelnd erinnert.

"Alles lief sehr harmonisch ab und als Marie nach Leibeskräften schrie, war ich sicher, dass alles gut gegangen ist.“ Schließlich gestaltete sich der Umzug ins Krankenhaus noch ein wenig idyllisch. Markus Ahlers: „Wir haben Marie in Handtücher eingewickelt und sind alle wohlbehalten mit dem Krankenwagen ins Marienkrankenhaus gefahren. Dem Baby rieselten auf dem Weg zum Krankenwagen Schneeflocken auf die kleine Nase.“

Eine unvergessliche Geburt: 112 am 11.2.

Im Krankenhaus wurden Mutter und Kind versorgt, es wurde ein Gruppenfoto gemacht und der ganze Vorgang als „ungeplante Hausgeburt“ kategorisiert. Familie Ahlers genoss dann noch zwei Tage lang den Komfort eines Familienzimmers.

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Die Umstände von Maries Geburt werden sicher in die Familiengeschichte eingehen. Schließlich hat Marie mit ihren 3850 Gramm mindestens fünf Männer, zwei Frauen und ihren knapp dreijährigen Bruder in große Aufregung versetzt.

Papa Andreas wird ihren Geburtstag auf jeden Fall nie vergessen: „Ihr Geburtsdatum war Programm: Am 11.2. rief ich ihretwegen die 112 an.“

Korrektur: Nicht die Feuerwehr, sondern das DRK
In einer früheren Fassung dieses Artikels hatten wir irrtümlich berichtet, dass es sich bei den "Geburtshelfern" um ein Feuerwehrteam handelte. Korrekt ist, dass Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes bei diesem Einsatz beteiligt waren.

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