Etliche Mitarbeiter des Marienkankenhauses tanzten an einem Samstag auf dem neuen Parkdeck Jerusalema. © Bernd Paulitschke
Tanz-Video

Marienkrankenhaus reagiert auf Ärger um Lizenzgebühren für Jerusalema-Challenge

Im November tanzten 400 Mitarbeiter des Marienkrankenhauses zu Jerusalema und stellten das Video ins Netz. Die Polizei hatte deshalb Ärger mit Warner Brothers – und musste zahlen. Nun reagiert das Krankenhaus.

Die Welle hatte im Sommer begonnen und war im Spätherbst auch in Schwerte angekommen: Die Jerusalema-Challenge begeisterte viele Menschen. Auch die Beschäftigten des Marienkrankenhauses hatten in Eigeninitiative ein Video erstellt.

Doch seit Ende vergangener Woche droht Ärger. Warner Brothers, das Unternehmen, dem die Rechte an dem südafrikanischen Song gehören, forderte Lizenzgebühren, zwar nicht vom Marienkrankenhaus, aber vom Innenministerium des Landes.

Hintergrund war ein ähnliches Video, das die Polizei im Märkischen Kreis Mitte November aufgenommen und veröffentlicht hatte. Polizisten und Spurensicherer tanzten dort zu der fröhlichen Melodie. Für die Polizeidienststellen, die an der Challenge teilgenommen hatten, zahlte das Land.

Doch nicht nur Polizisten hatten an dem Musikspaß teilgenommen, Belegschaften von Firmen und Krankenhäusern, Feuerwachen, Schulen und Tanzschulen landauf, landab stellten Videos mit ihren Tänzen online. Ob sie jetzt alle nachträglich eine Synchonisierungs-Gebühr beim Verlag erwerben müssen, wird sich herausstellen.

Video des Marienkrankenhauses ist nicht mehr online

Das Video des Marienkrankenhauses ist auf jeden Fall seit Samstagmorgen gelöscht. Post von Warner Brothers habe man nicht bekommen. Aber: „Um sieben Uhr habe ich vorsorglich das Video vom Netz genommen“, erklärt Detlev Schnitker, der die Aktion der Mitarbeiter betreut hatte. Die waren selbst auf die Idee gekommen, an der Challenge teilzunehmen.

Auch das Maskottchen tanzte mit. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Schade eigentlich, denn das Video war als Botschafter für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik gedacht, die sich hier mal von einer anderen Seite zeige können. „Ich habe aber durchaus Verständnis, schließlich geht es um Urheberrecht“, so Schnitker. Um kein Risiko einzugehen, habe man das Video wieder gelöscht. Das hatten auch einige andere Kliniken gemacht, wie zum Beispiel die Uni-Klinik in Düsseldorf.

Warner Brothers: Künstler für ihre Musik bezahlen

En Sprecher von Warner Brothers nahm am Wochenende auf Fokus online zu den Forderungen des Verlags Stellung: „Wir lieben die Tatsache, dass die Fans hinter ‚Jerusalema‘ stehen. Aber wenn Organisationen in Deutschland den Song nutzen, um sich selbst zu promoten, sollten sie sich unserer Meinung nach eine Synchronisationslizenz sichern.“

In diesen „schwierigen Zeiten“ sei es „wichtiger denn je, dass Künstler und Künstlerinnen für ihre Musik bezahlt werden, wenn sie von Dritten genutzt wird, um ihre Reputation zu steigern.“

Was übrigens die Polizei für ihre Jerusalema-Challenge bezahlt hat, verriet das Innenministerium des Landes nicht. Bezahlt habe man für mehrere Polizeidienststellen. Den Betrag wolle man aber aus vertragsrechtlichen Gründen nicht verraten.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer