Es wird das letzte Weihnachtsfest für die Kapelle des Marienkrankenhauses Schwerte. Sie weicht im Sommer 2019 einem großen Anbau. Die Klinik sorgt aber für einen Ersatz.

Schwerte

, 28.11.2018, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die letzte Weihnacht steht der Kapelle des Marienkrankenhauses in Schwerte bevor. Noch einmal wird die kleine Orgel den sonst so stillen Raum mit den dunkel-bunten Fensterfronten mit ihrem „Oh du fröhliche“ erfüllen. Im Sommer nächsten Jahres macht er dann Platz für einen dringend benötigten neuen Funktionstrakt der Klinik, in dessen oberster Etage eine neue Kapelle entstehen wird: 200 Quadratmeter groß und ausgestattet nach den Vorstellungen der katholischen Mariengemeinde und des Erzbistums Paderborn.

„Das wird nicht nur ein Raum der Stille“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Beyer schon anhand der Dimensionen: „Die Krankenhauskapelle gehört zum Krankenhaus.“ Zum einen verdeutliche sie die Zugehörigkeit zur Mariengemeinde, zum anderen sei sie ein Rückzugsort für die Angehörigen von Patienten. Viele von ihnen hinterlassen persönliche Anmerkungen in dem ausliegenden Buch. Jeden Sonntag wird in dem Gottesdienstraum auch um 8.30 Uhr die Messe gefeiert, einmal im Monat zudem eine Segnung der Neugeborenen.

Kapelle wurde 1963/64 erbaut

Wie viele Stoßgebete um Genesung in der Kapelle in den Himmel geschickt wurden, weiß kein Mensch. In den Jahren 1963/1964 wurde sie beim großangelegten Neubau des Marienkrankenhauses auf der Seite zur Marienkirche hin errichtet. Im Untergeschoss darunter versammelten sich damals noch die in der Klinik tätigen Ordensschwestern von den Franziskanerinnen aus Salzkotten zu den Mahlzeiten.

Ihr „Refektorium“ wurde später zum Labor umgebaut. Das bleibt auch erhalten, wenn voraussichtlich irgendwann im Mai mit dem Abriss der alten Kapelle begonnen wird. Vorher ist – so Beyer – für den 12. Mai noch ein Tag der offenen Tür geplant, mit dem das Marienkrankenhaus sein 150-jähriges Bestehen an beiden Standorten feiert.

„Ich gehe davon aus, dass wir zeitnah danach mit der Baumaßnahme beginnen“, erklärt Beyer. Der Antrag für die Entweihung der Kapelle sei in Paderborn schon genehmigt. Auch Denkmalschützer des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, die zwischenzeitlich eine Prüfung vorgenommen hatten, bremsen das Vorhaben nicht mehr: „Wir haben von der Stadt die Information bekommen, dass es normal weitergehen kann.“

Änderung bei den Plänen für die Cafeteria

Derzeit – so der Geschäftsführer – würden die Bauanträge vorbereitet. Dabei gibt es eine entscheidende Änderung zu den bisherigen Überlegungen: „Die Cafeteria bleibt, wo sie ist.“ Zuvor war vorgesehen, sie von der obersten Etage ins Erdgeschoss des Anbaus zu verlagern. Dort werden stattdessen Räume für die internistische Funktionsdiagnostik von Chefarzt Dr. Thomas W. Spahn entstehen.

Darüber ist eine Abteilung vorgesehen, die als eine Art Nachstufe Patienten weiterbetreut, die von der Intensivstation verlegt wurden.

Das zweite Obergeschoss erhält das Brustzentrum, das dritte eine Infusionsambulanz für onkologische Patienten. Und ganz oben ist neben der Kapelle noch Platz für das Büro des Krankenhausseelsorgers sowie drei oder vier weitere Büros.

Fast noch wichtiger für die Klinik sind die drei zusätzlichen, bettenfähigen Aufzüge im Anbau. Sie sollen in erster Linie für interne Transporte genutzt werden und entlasten damit die drei vorhandenen Aufzüge in der Eingangshalle. Insgesamt – so Beyer – werden die Kosten für die Baumaßnahme auf über zehn Millionen Euro kalkuliert. Aus der Luft gesehen erhält der Komplex damit die Form eines christlichen Kreuzes.

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