Das Ruhrtalmuseum, die alte Marktschänke, das neue Gemeindehaus und die St.-Viktor-Kirche sollen zu einem Ensemble verschmelzen. © Heiko Mühlbauer
Bürgerstiftung

Marodes Ruhrtalmuseum soll trotz Millionenlücke renoviert werden

Seit März 2020 wird am Ruhrtal-Museum nicht mehr gebaut. Wegen Einsturzgefahr stellte man die Arbeit ein. Zudem fehlen dem Projekt zwei Millionen Euro. Jetzt soll es trotzdem weitergehen.

Im März 2020 wurde der Umbau des Ruhrtalmuseums gestoppt. Ein Gutachten hatte ergeben, dass das Alte Rathaus, wie das Museum eigentlich heißt, vor allem im Inneren erhebliche statische Mängel aufwies. Und zwar bereits seit vielen Jahrzehnten.

Spätestens seit 1979, als man, ohne die statische Last zu berücksichtigen, Stahlträger eingezogen hatte, um morsche Holzbalken zu stützen, war der Bau nicht mehr sicher.

Seitdem ruht die Baustelle im Herzen der Stadt. Vor allem die Frage, wie man das ehrgeizige Projekt angesichts immer ausufernder Baukosten stemmen solle, stellte sich. Nun bietet sich zumindest eine Lösung an.

Zumindest ein Bauabschnitt soll abgeschlossen werden

Der größte Teil der Umbaukosten wird durch Fördermittel vom Land bezahlt. Doch die wurden bereits 2016 per Förderbescheid freigegeben. Dass die vier Millionen Euro überhaupt noch zur Verfügung stehen und nicht vom Land in andere Projekte geflossen sind, ist schon Glück genug. Nun kommt man in Düsseldorf der Stadt aber noch weiter entgegen.

„Von dem Geld machen wir eine Dach- und Fachsanierung“, erklärte Stadtplaner Christian Vöcks am Mittwochabend im Planungsausschuss. Denn man habe sich auf Bauabschnitte mit dem Land geeinigt. So könne man für das vorhandene Geld zumindest die Statik und den äußeren Zustand des Gebäudes wieder herstellen. Und am Ende sei mit der Förderung auch ein Bauabschnitt abgeschlossen.

Innenausbau nicht vor 2023 möglich

Über den Innenausbau wird aber noch verhandelt. Denn auch dafür brauche man zwei Millionen Euro. „Da muss auch noch am Konzept gefeilt werden“, so Vöcks. Der nächste Antrag könne ohnehin erst 2022 gestellt werden, eine Förderung und damit ein Baubeginn sei demnach nicht vor 2023 möglich. Das Geld dafür hatte man zwar in diesem Jahr schon mal beantragt, war aber bei der Vergabe der Fördermittel leer ausgegangen.

Das Ensemble mit dem Museum, der Viktorkirche, ihrem Gemeindehaus und der Alten Marktschänke wird von einer Bürgerstiftung betrieben. Die heißt Schwerter Mitte und plant, anstelle des Museums dort eine zeitgemäße Ausstellung zum Thema Heimat zu etablieren.

Gestiegene Baupreise und böse Überraschungen

Mit den zugesagten 4 Millionen Euro wollte man ursprünglich die gesamten Baukosten finanzieren. Doch gestiegene Baupreise und böse Überraschungen bei der genauen Untersuchung des Gebäudes ließen die Kosten um nahezu zwei Millionen Euro steigen. Da weder die Stadt noch ihr Kulturbetrieb (KuWeBe) oder die Bürgerstiftung selbst über große Mittel verfügen, hofft man, auch diese zwei Millionen Euro vom Land als Förderung zu erhalten.

„Wenn wir die zwei Millionen haben wollen, schätze ich, dass wir sie kriegen“, so Stadtplaner Vöcks optimistisch. Allerdings könne man theoretisch auch nach dem ersten Bauabschnitt das Projekt ruhen lassen „Beides sind funktionierende Bauabschnitte, deshalb sehe ich kein Risiko“, entgegnete er Befürchtungen, am Ende müsse man doch Fördergeld zurückzahlen, weil das Projekt nicht fertig gebaut würde.

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Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer