Ehrenbürgermeister Heinrich Böckelühr (3.v.r.) mit den Aktiven vor dem Stand der Bürgerinitiative Schwerterheide. © Gemeinsam für Schwerte
Kundgebung

Mehr als 200 Menschen protestierten auf dem Markt: Viele Nachbarn, aber auch Politiker

Gleich sechs Bürgerinitiativen präsentierten sich auf dem Marktplatz in Schwerte. Ihre Forderung: weniger Flächenversiegelung und mehr politische Transparenz. Das fordern auch Politiker.

Gleich sechs Bürgerinitiativen hatten am Freitag (24.9.) auf dem Marktplatz ihre Stände aufgebaut. Mit einer gemeinsamen Kundgebung wollte man deutlich machen, dass alle im Grunde für ein Thema streiten, nämlich ein Ende der großen Flächenversiegelung.

250 bis 300 Menschen hatten sich am Freitagnachmittag auf dem Markt versammelt. © Heiko Mühlbauer © Heiko Mühlbauer

„Wir haben uns zusammengeschlossen, weil wir eigentlich alle dieselben Ziele haben, nämlich kein Flächenfraß in Schwerte“, formulierte Silvia Kötter-Bröckelschen. Sie ist eine der Initiatoren der Bürgerinitiative gegen den Weiterbau der K20 durch die grüne Landschaft hinter dem Gehrenbach-Stausee. „Wir möchten für unsere Kinder und Enkelkinder unser schönes Schwerte erhalten“, sagte sie.

Bis zu 300 Menschen versammelten sich

Das Thema hatte 250 bis 300 Menschen auf den Marktplatz getrieben. Manche mit, die meisten aber ohne einen politischen Hintergrund. Oft sind das Nachbarn, die ein Bauprojekt in ihrer Nähe ablehnen. Auch weil man die Nachteile fürchtet, wie die Nachbarn am Großen Feld. Hier sollte die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule gebaut werden.

Alle Initiativen hatten auf dem Markt eigene Stände. © Heiko Mühlbauer © Heiko Mühlbauer

Natürlich sorgten sich die Nachbarn nicht nur um die Flächenversiegelung, sondern auch um den zusätzlichen Verkehr, den eine große Schule in ihre schmale Anliegerstraßen gezogen hätte. Das machte deren Sprecher Dieter Meckelburg auch bei der Vorstellung der Holzener Bürgerinitiative Natur statt Beton deutlich.

Was die Holzener von ihren Mitstreitern unterscheidet: Sie haben ihr Anliegen durchgebracht: Denn der Plan, in Holzen eine Schule zu bauen, wurde verworfen. Dennoch blieb die Initiative aktiv und ist nun eine treibende Kraft beim neuen Schwerter Bündnis.

Bessere Bürgerbeteiligung und mehr Transparenz

Der Rat entschied übrigens, das neue Gebäude für die Gesamtschule in Wandhofen anzusiedeln. Doch auch da regt sich Widerstand. Und ähnlich wie bei den Holzenern fühlt man sich von der Verwaltung und den Ratspolitikern nicht mitgenommen. Der Entschluss fiel, weil es sich ja um ein Grundstücksgeschäft handelte, im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung. „Wir wünschen uns eine bessere Bürgerbeteiligung und mehr Transparenz“, sagt Silvia Kötter-Brökelschen.

Nicht direkt nachbarschaftlich betroffen sind auch die Menschen, die sich für den Erhalt der Marktbäume einsetzen. Denn hier sind viele Menschen, die den Markt zwar nutzen, aber nicht direkt dort Leben, aktiv.

Auch Ehrenbürgermeister war dabei

Auch wenn viele Menschen, die in den Initiativen mitwirken, normalerweise nichts mit Kommunalpolitik am Hut haben, sind auch einige Ratspolitiker unter den Mitwirkenden. So sind einige SPD-Mitglieder in Holzen aktiv, auch bei der K20 waren Sozialdemokraten dabei.

Ehrenbürgermeister Heinrich Böckelühr (3.v.r.) mit den Aktiven vor dem Stand der Bürgerinitiative Schwerterheide. © Heiko Mühlbauer © Heiko Mühlbauer

Die Grünen unterstützen verschiedene Initiativen und auch Alt- und Ehrenbürgermeister Heinrich Böckelühr (CDU) war auf dem Markt anwesend und ließ sich auch vor dem Stand der Bürgerinitiative gegen die Neubauten auf der Schwerterheide fotografieren.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
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Heiko Mühlbauer