Mehr Lehrer und iPads? Schulleiter aus Schwerte: „Noch ist nichts da“

rnCorona-Unterstützung

Bessere technische Ausstattung? Mehr Lehrer? Das Land NRW hat das angekündigt. Ein Schulleiter aus Schwerte sagt: „Noch ist nichts da.“ Einstellungen würden ohnehin länger dauern.

Schwerte

, 23.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie soll es 2020/21 weitergehen in den Schulen in NRW? Wie will das Land die Schulen unterstützen? Das war eins von vielen Themen in der 22. Schulmail, die kurz vor den Sommerferien versendet wurde.

Man wolle „zusätzliches Personal zur Sicherstellung des Regelbetriebs“ gewinnen, hieß es dort – durch befristete Beschäftigung, den eigenständigen Einsatz von Referendaren, durch das Angleichen von Teilzeit und natürlich durch Einstellungen, vor allem an den Gymnasien, da die derzeit von G8 auf G9 umstellen.

Ebenso war die Rede von „Investitionen in die digitale Ausstattung der Schulen“, von einer Stärkung des digitalen Lernens, des Unterrichts auf Distanz.

Noch gibt es keine Details für die Umsetzung

„Da ist Vieles angekündigt worden, auch was Endgeräte für Lehrer und bedürftige Schüler angeht“, sagt Heiko Klanke, der Leiter des Friedrich-Bährens-Gymnasiums (FBG) in Schwerte. Obwohl die Sommerferien bald rum sind, „ist aber noch nichts da“, fährt Klanke fort.

Demensprechend könne er auch noch nicht aktiv werden: „Ich kann ja schlecht was kaufen, ohne dass ich eine Rechtsgrundlage habe. Ich muss als Schulleiter ja auf Basis von Recht und Gesetz handeln.“

Tablets für bedüftige Schüler, neue Laptops für Lehrer – dass das noch nicht bestellt sei, liege weder an ihm noch an der Stadt Schwerte. Ganz im Gegenteil: Im Rathaus sei man engagiert. Das Problem aber: Auf wessen Kosten und wie solle man die Geräte bestellen?

Wie werden die Wege in den Schulen verlaufen? Einiges ist im FBG schon abgeklebt. Doch an konkrete Maßnahmen will man sich erst in den letzten Sommerferien-Wochen machen.

Wie werden die Wege in den Schulen verlaufen? Einiges ist im FBG schon abgeklebt. Doch an konkrete Maßnahmen will man sich erst in den letzten Sommerferien-Wochen machen. © Björn Althoff

Einstellungen frühestens im November

Was eine mögliche personelle Verstärkung angeht, bleibt Klanke erst recht skeptisch: „Einstellungen wird es frühestens zum 1. November geben und ich muss abwarten, ob ich da überhaupt einen Lehrer bekommen kann.“

Die Chancen würden nicht gut stehen, schätzt Klanke. Im vergangenen Jahr beispielsweise seien im Regierungsbezirk Arnsberg gerade einmal fünf Gymnasiallehrer eingestellt worden. Und auch wenn es am FBG personell nicht so gut aussehe – auf den gesamten Kreis Unna bezogen, sei der Stellenplan an Gymnasien überbesetzt. Deshalb könnte es sein, dass Lehrer eher in andere Kreise kämen, also dorthin, wo es unterm Strich enger aussehe, befürchtet Klanke.

Mit Blick auf das beginnende Schuljahr unterstreicht Klanke: „Ich muss zusehen, wie ich es irgendwie hinbekomme.“ Zumal manch ein Lehrer sogar recht kurzfristig abberufen worden sei.

Er gehe erst einmal vom Regelbetrieb aus. Dass also alle Schüler nach den Ferien wieder in die Schulen kommen. „Wir gehen davon aus, dass es in den letzten beiden Ferienwochen mehr Informationen gibt.“

Wie geht es weiter mit Mensa und Sportunterricht?

In der nächsten Woche müsse die erweiterte Schulleitung dennoch mit den Planungen beginnen. Wichtige Fragen müssen noch geklärt werden, etwa wie man beim Mensa-Betrieb und im Sportunterricht die Corona-Hygieneregeln einhalten könne.

Anderes ist schon geklärt: Die neuen Fünftklässler etwa haben schon vor den Ferien ihre Schul-E-Mail-Adressen erhalten und auch schon Video-Konferenzen mit den neuen Klassenlehrern hinter sich.

„Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass wir einen regionalen Lockdown bekommen“, unterstreicht Klanke. Ein sofortiger Wechsel zum rein digitalen Unterricht müsse eben gewährleistet sein.

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