Mieten in Schwerte höher als im restlichen Kreis

Mietpreisspiegel

Noch ist das Wohnen am Rande des Ruhrgebiets verhältnismäßig günstig. Aber verglichen mit dem Durchschnitt im Kreis Unna, müssen Schwerter beim Wohnen schon deutlich tiefer in die Tasche greifen. Wie sich die Mieten in den vergangenen Jahren entwickelt haben und was die Gründe für den Anstieg sind, erklären wir hier.

SCHWERTE

, 24.04.2017, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mieten in Schwerte höher als im restlichen Kreis

Symbolbild. Die Mietpreise in Schwerte sind in den vergangenen Jahren konstant gestiegen.

Der amtliche Mietspiegel, den der Mieterverein und der Verein Haus und Grund erstellt haben, gibt die Quadratmeterpreise für Schwerte mit 3,85 Euro für eine Wohnung in einfacher Wohnlage und/oder einem alten Haus an. Bis zu 6,47 Euro ist dann der Preis für ein Haus in guter Wohnlage. Das klingt zunächst verhältnismäßig günstig. Allerdings lässt der amtliche Mietspiegel einen großen Spielraum zu. Denn viele Extras dürfen auf die Miete aufgeschlagen werden, dazu gehören Balkon, Terrasse, Barrierefreiheit oder dreifachverglaste Fenster.

Preise bei Portalen liegen bei mindestens sechs Euro

Anders sehen das Immobilienportale im Internet. Sie ermitteln die Quadratmeterpreise aus dem Bestand ihrer Anzeigen. 6,63 Euro pro Quadratmeter koste eine große Wohnung in Schwerte im Durchschnitt, so das Anzeigenportal wohnungsboerse.net. Beim Marktführer immobilienscout24 liegt der Schwerter Durchschnittspreis bei 6 Euro und stieg damit in den vergangenen fünf Jahren um immerhin 10,2 Prozent.

„Immobilienscout24 errechnet diesen Quadratmeterpreis anhand einer Referenzmietwohnung, diese hat folgende charakteristische Eckdaten: 30 Jahre alt, 3 Zimmer, 80 Quadratmeter Wohnfläche, inklusive Einbauküche, Keller, Aufzug und Balkon, mittlerer Objektzustand, mittlere Ausstattungsqualität“, erklärt deren Sprecherin Julia Berger.

Deutlich höhere Mieten als im restlichen Kreis

Die Mieten im restlichen Kreis liegen (im Schnitt 5,57 Euro) deutlich unter den Schwerter Kursen. Und im Märkischen Kreis ist mit 5,29 Euro das Wohnen noch einmal deutlich günstiger. „Die Mietpreise in Schwerte sind verhältnismäßig hoch“, bestätigt Immobilienmakler Siegfried Lusse.

 

 

Neben dem Sog der Nachbarstadt Dortmund, die nach Jahren eher bescheidener Immobilienpreise jetzt einen Boom verzeichnet, sieht er die Gründe in den vielen Neubauprojekten. Da wurden Wohnanlagen mit Aufzug und Tiefgarage an Anleger verkauft. Die haben dann festgestellt, dass sie 10 bis 12 Euro pro Quadratmeter nehmen müssen. „Das bringt dann wiederum andere auf die Idee, ihre schöne Wohnung für 7 Euro anzubieten“, so Lusse. Und da es in Schwerte nach wie vor Nachfrage gebe, würden sich die Preise so nach oben schieben.

Preise in Schwerte sind eng an Dortmund gebunden

Außerdem würden auch viele Sanierungsmaßnahmen sich am Ende über die Miete finanzieren. „Meiner Ansicht nach ist das Gefüge aus dem Rahmen geraten“, so Lusse. Das gelte auch für die Immobilienkaufpreise. Die GWG gehört nach eigenem Bekunden bei Neubauwohnungen zu den günstigen Anbietern auf dem Schwerter Markt. Doch auch dort kostet der Quadratmeter zum Beispiel bei den Neubauten am Bohlgarten 8,50 Euro. „Allerdings gut ausgestattet“, betont Vorstand Ralf Grobe. Wohnungen aus dem Bestand seien günstiger, und für öffentlich finanzierten Wohnraum kalkuliere man auch bei Neubauten mit 5,25 Euro. 

In der Nachbarstadt Dortmund stiegen die Mieten nach einer Erhebung des Recherchenetzwerks Correktiv seit 2011 um 20,08 Prozent auf 6,41 Euro pro Quadratmeter. Einzelne Internetmakler geben aber längst Preise über 7 Euro aus. Der Markt in der Nachbarstadt ist eng an Schwerte gebunden, meint auch Grobe. Denn wer dort keine Wohnung gefunden habe, würde sich nicht in Iserlohn oder Hemer umsehen. Der Bedarf an Wohnungen in Schwerte ist nach wie vor ungebrochen. Bis 2020 benötige die Stadt 900 neue Mietwohnungen und 340 Eigenheime oder Eigentumswohnungen, stellten die Gutachter des Handlungskonzepts Wohnen fest, das die Stadt im vergangenen Jahr vorgestellt hat.

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