„Mit Karte, bitte.“ – Keine klare Regel für PIN-Eingabe in Schwerte?

rnKontaktloses Bezahlen

Wer kontaktlos mit seiner EC-Karte zahlen will, muss bei Einkäufen unter 50 Euro keine Pin eingeben. So die Theorie. Die Realität sieht deutlich anders aus, Kunden und Händler sind verwirrt.

Schwerte

, 15.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kontaktloses Bezahlen ist besonders während der Corona-Krise auf dem Vormarsch. Einfach die Bankkarte für eine Sekunde an den Leser halten, keine Pin-Eingabe, kein Warten auf die Bestätigung – das war’s. Um den Verzicht auf Bargeld in der Pandemie noch leichter zu gestalten, sollte bei Beträgen bis zu 50 Euro keine Pin erforderlich sein. So war es gedacht.

Die Realität sieht anders aus. Bei einer Stichprobe in der Schwerter Innenstadt wird klar: Viele Kunden und Händler wussten gar nichts von der neuen 50-Euro-Regelung. „Das sollte doch eingeführt werden. Aber bis jetzt habe ich davon nichts gemerkt“, sagt beispielsweise Sema Simsek von „By Sema“ an der Mährstraße.

Erst wenige Minuten zuvor musste eine Kunden ihre Geheimzahl eingeben, obwohl sie nur für rund 20 Euro eingekauft hatte.

Geheimzahl wird immer in festem Rhythmus abgefragt

Und das aus einem ganz einfachen Grund: Die Regelung ist nicht allgemein gültig. „Das ist immer abhängig von der jeweiligen Bank“, erklärt Buchhändler Olaf Bachmann. „Wir haben Kunden, die kaufen hier ohne Pin-Eingabe ein. Andere müssen sie bei 28 Euro eingeben, wieder andere schon bei fünf Euro. Das kommt eben immer darauf an, wie oft der Kunde bezahlt.“

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Das bestätigt auch die Deutsche Kreditwirtschaft: Unabhängig von dem höheren Limit muss der Kunde hin und wieder seine Geheimzahl eingeben, und zwar spätestes nach fünf Zahlungen oder nach einer Gesamtsumme von 150 Euro. Andernfalls könnte auch ein Fremder mit gestohlenen EC-Karten zahlen, ohne jemals eine Geheimzahl eingeben zu müssen, solange er sich bei seinen Einkäufen unter dem Limit von 50 Euro bewegt.

Immer mehr Schwerter wollen kontaktlos bezahlen

Es gibt also keinen richtigen Standard. „Ich habe es auch erlebt, dass ich bei einem Einkauf von über 50 Euro ohne Pin-Eingabe auskam. Im nächsten Geschäft musste ich sie dann bei einer Summe von 3,80 Euro eingeben“, so Olaf Bachmann.

Und das haben auch seine Kollegen in der Schwerter Fußgängerzone ähnlich erlebt.

Viele haben die neue Regelung gar nicht aktiv wahrgenommen. Andere wissen zwar Bescheid, beobachten aber auch, dass viele Kunden bei kleineren Summen ihre Geheimzahl eintippen.

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Was sie aber ebenfalls bestätigen: Immer mehr Schwerter zahlen jetzt kontaktlos. Vor allem in der Corona-Pandemie wollen sie das Bargeld oder die viel genutzten Tastenfelder am EC-Gerät meiden.

Wer gar keine PIN mehr eingeben möchte, der sollte mit dem Smartphone bezahlen – zumindest da, wo es möglich ist. Hier erfolgt die Zahlungsbestätigung per Code, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

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