Modelleisenbahn: So sieht Schwerte in klein aus

Bahnhof als Mini-Version

Wie würde Schwerte aussehen, wenn es Teil einer Modelleisenbahn-Welt wäre? Zum Beispiel so wie bei Wolfgang Güttler. Bei ihm rauchen die Lokomotiven im Eisenbahn-Ausbesserungswerk (AW) Schwerte-Ost. Da halten noch D-Züge am Schwerter Bahnhof.

HOLZEN

, 06.12.2016, 16:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Vor rund 125 Jahren stellte die Firma Märklin auf der Leipziger Messe erstmals eine Modelllokomotive mit Waggons dem interessierten Publikum vor“, erinnert Güttler. Immer detailreicher und zahlreicher wurden die kleinen Züge, die seitdem auf die Gleise gesetzt wurden.

Von der Gartenlaube bis zum Plattenbau

Parallel dazu entwickelten andere Hersteller ganze Städte aus Plastikhäuschen. Von der Gartenlaube bis zum DDR-Plattenbau ist mittlerweile fast alles zu haben. Wer aber ein Stück Schwerte an den Bahndamm setzen will, der muss zu Bastelpappe, Holzresten und Farbe greifen.

Fotoperspektive vestärkt Illusion

Ein besonders eindrucksvolles Schaustück ist Güttler selbst gelungen. Mächtige Dampflokomotiven paradieren vor dem weiten Gelände des früheren Ausbesserungswerk (AW) Schwerte-Ost. Die Fotoperspektive verstärkt die Illusion, dass die Maschinen gerade frisch repariert aus den Hallentoren gestampft seien.

Dabei hat die gekonnt inszenierte Landschaft kaum Heftdeckelgröße. „Der Hintergrund ist eine Postkarte, die ich noch ein bisschen koloriert habe“, verrät Güttler. Dazu bastelte er winzige Loks aus Vierkant- und Rundhölzchen mit Wattedampf. Alles im Maßstab 1:500, für den es keine Modellbahnen zu kaufen gibt.

Ausstellung im Ruhrtalmuseum

In der gängigen Verkleinerung auf 1:160 erinnert Güttler in einer Szenerie darin, wie früher Güterwaggons auf vielrädrigen Straßentransportern zur Gießerei Hundhausen gelangten. Gleichzeitig hielt er mit der Kamera die schönsten Modelle anderer Schwerter Eisenbahnfreunde fest. Um Freischütz, St. Viktor und Ruhrtalmuseum ließ sein verstorbener Hobbykollege Wolfgang Brand seine Züge im 1:160-Format kreisen.

Passend dazu gelang ihm eine Kopie des Schwerter Bahnhofs, der sogar noch ein zweites Mal nachgebaut wurde. Bei ihrer Ausstellung im Ruhrtalmuseum präsentierten die Schwerter Eisenbahnfreunde ein prächtiges 1:87-Modell (Spur H0) von Hans-Joachim Möhling.

Wunsch nach neuem Modellbahngeschäft in Schwerte 

Wer weiß, vielleicht schlummern in anderen Bastelkellern weitere kleine Prachtstücke aus dem Schwerter Stadtbild. Güttler hat einen Wunsch: „Vielleicht führt er dazu, dass auch in Schwerte zukünftig wieder ein Modellbahngeschäft seine Pforten öffnet.“ Denn seit dem Rückzug von Jürgen Schwarze vor zwei Monaten müssen Bastler nach Hagen oder Dortmund fahren.

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