„Moloch“: Dieser Schwerter ist das Maskottchen für Wacken 2021

rnHorror-Schauspieler

Das Metal-Festival „Wacken Open Air“ wird ein musikalischer Horrorfilm. Gerade richtig für den Schwerter Matthias Schmidt. Mit seiner Kunstfigur „Moloch“ ist er als Hauptdarsteller gebucht.

Schwerte

, 30.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sobald Matthias Schmidt die Maske aus grobem schwarzem Jute-Stoff überzieht, ist er ein anderer Mensch. Der „Moloch“ ist seine Kunstfigur: groß, bedrohlich, mit blutverschmierter Lederschürze und Kettenhandschuh. Wer dem Moloch begegnet – ganz egal wann, ganz egal wo –, der rennt besser um sein Leben.

Der Mann unter der Maske ist das genaue Gegenteil davon. Matthias Schmidt ist zwar zwei Meter groß, aber ruhig und besonnen, sagt er selbst. „Der nette Kerl von nebenan und ein Teddybär“, sagen die Menschen, die ihn gut kennen. Aber der Schwerter hat eine große Leidenschaft für Horrorfilme, will bald selbst zu den Größen der Szene gehören.

Matthias Schmidt als offizielles Monster für „Wacken Open Air“

Daran arbeitet er. Nicht nur durch seine Schauspiel-Ausbildung an der Ruhrakademie in Wandhofen. Im kommenden Jahr ist er das offizielle Maskottchen des Musikfestivals „Wacken Open Air“.

Genau genommen ist es nicht er, nicht Matthias Schmidt, sondern der Moloch. Im Trailer zum Horror-Special des Heavy-Metal-Festivals sieht man ihn bereits in seinem Kostüm. Die Maske erinnert ein wenig an einen Büffelschädel – das offizielle Wacken-Logo –, aber mit großen Fangzähnen und einem kreisrunden schleimigen Gebiss.

Ein Bekannter stellte den Kontakt her, nach einem kurzen Kennenlernen kam direkt die Zusage. Also ist der Moloch aus Schwerte im nächsten Jahr das „Gesicht“ des berühmten deutschen Festivals.

Hauptgeschäft des Schwerters: Horrofilme mit Metzgerschürze

Auch auf der Bühne soll der für die Fans dann nochmal eine extra Portion Horror versprühen. „Wenn es in diesem Jahr stattgefunden hätte, hätte ich mit Slipknot auf der Bühne gestanden“, sagt er. Doch daraus wurde durch die Corona-Pandemie bekanntlich nichts. Aber 2021, da soll der Moloch seinen großen Auftritt haben.

So sieht die Verkleidung für das Wacken-Festival aus. Der Moloch hier zusammen mit Kultistin Angelina Bahr.

So sieht die Verkleidung für das Wacken-Festival aus. Der Moloch hier zusammen mit Kultistin Angelina Bahr. © Björn Mus

Sein Hauptgeschäft ist eigentlich der Film. „Ich spiele immer große, böse Menschen“, fasst Matthias Schmidt knapp zusammen. Meist ist er der besagte große Mann mit der schwarzen Maske und der Metzgerschürze. Aber er wandelt sich auch, ist manchmal Zombie oder Sensenmann.

Ein paar größere Produktionen waren für den 38-jährigen Schwerter schon drin: Die Filme laufen teilweise auf Amazon-Prime, auch in Amerika und Kanada. Am Ende des Jahres wird er dann auch auf internationalen Kino-Leinwänden zu sehen sein, darf allerdings noch nicht mehr verraten.

„Ich wollte immer Schauspieler werden, musste aber Geld verdienen“

Die Metzgerschürze und den Kettenhandschuh hat Schmidt übrigens von seiner Ausbildung zum Fleischer aufgehoben. Lange, bevor er wusste, dass es ihn irgendwann zum Schauspiel verschlagen wird.

„Ich habe einen vielseitigen Werdegang, weil ich nie das gefunden hatte, was mir Spaß macht“, sagt er. „Ich wollte immer Schauspieler werden, habe aber irgendwo gearbeitet, um Geld zu verdienen.“ Erst bei der Bundeswehr, dann als Staubsaugervertreter, beim Ordnungsamt und im Videospiel-Einzelhandel.

Ins Horror-Geschäft ist er noch als Imitator von bekannten Filmfiguren wie Jason („Freitag, der 13“) oder Michael Myers („Halloween“) eingestiegen. So fing alles an, erinnert er sich: „Damit bin ich groß geworden. Das war meine Inspiration und ich wollte meine eigene Figur.“

Als Moloch tritt er mittlerweile international auf Messen und Conventions auf. „Ich wurde auch schon für eine Hochzeit gebucht“, verrät er. Aber auch für Halloween-Specials in Diskotheken, bei Veranstaltungen oder in Freizeitparks will man den Moloch haben.

Bislang keine größeren Live-Auftritte wegen Corona

Wegen des Veranstaltungsverbots im Rahmen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr einiges weggebrochen. Ab Juni konnten unter speziellen Auflagen auch wieder Filme gedreht werden, aber alle Messen wurden abgesagt. Laut Plan steht für den Schwerter im November noch das „Weekend of Hell“ an, Deutschlands größte Horror-Convention. „Ich hoffe, das wird was.“

Und falls nicht, dann sieht man ihn im kommenden Jahr vom 29. bis zum 31. Juli beim großen „Wacken Open Air“ auf der Bühne – vielleicht wird das der internationale Durchbruch.

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