NABU zeichnet "fledermausfreundliches Haus" aus

Erste Auszeichnung in Schwerte

Bei Katja und Oliver Schäfer haben sich seit etwa drei Jahren Zwergfledermäuse im Garten und der Garage angesiedelt. Den Ergstern ist das nur recht. Für ihren Einsatz für die kleinen Fledertiere bekommt das Ehepaar am 8. Oktober eine Plakette, die ihr Haus als „fledermausfreundliches Haus“ ausweist.

ERGSTE

, 06.10.2016, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
NABU zeichnet "fledermausfreundliches Haus" aus

Katja Schäfer beherbergt Fledermäuse unter ihrem Garagendach

„Wir haben sie schon sehr oft gesehen, in der Dämmerung schwirren sie bis auf die Terrasse. Aber wir haben nie gewusst, wo sie genau sind“, sagt Katja Schäfer. Seit diesem Sommer wissen sie und ihr Mann: Die kleinen Fledermäuse haben sich das Garagendach als Unterschlupf ausgesucht.

Die Tiere so nah am Haus zu haben stört sie aber nicht. „Das ist wunderschön anzuschauen, wie die ihre Jagdflüge über unseren Teich machen. Da gibt es ja viele Insekten“, beschreibt Katja Schäfer, „wir freuen uns, dass sie da sind und auch unsere Hunde haben sich daran gewöhnt“.

Rund zehn verschiedene Arten in Schwerte

Die Zwergfledermaus ist die in Europa am weitesten verbreitete Fledermausart. Etwa fünf Zentimeter kann die Zwergfledermaus groß werden, dabei wiegt sie dann etwa fünf bis sieben Gramm. „Die brauchen nicht viel Platz, um wo reinzukommen“, erklärt Irmgard Devrient von der Arbeitsgemeinschaft Ornithologie und Naturschutz (AGON).

In Schwerte gibt es rund zehn verschiedene Arten, schätzt Devrient, im Kreis Unna seien es 16, sagt sie. Der Fledermausexpertin sind in Schwerte – inklusive Stadtteile – etwa 20 Quartiere bekannt. „Das ist eine gute Zahl.“

Damit möglichst viele Fledermausquartiere in NRW erhalten bleiben, hat der NABU die Aktion „Fledermausfreundliches Haus“ ins Leben gerufen. Inzwischen sind 256 Häuser in Nordrhein-Westfalen mit der Plakette als „fledermausfreundliches Haus“ ausgezeichnet worden. Im Kreis Unna wurde im vergangenen Jahr das erste Haus geehrt, damals in Lünen, sagt Sarah Sherwin vom NABU-NRW.

Die Schäfers sind die ersten in Schwerte, die eine Plakette erhalten. Die Auszeichnung bringt Verantwortung mit sich. „Man verpflichtet sich, das Quartier zu erhalten. Das ist wichtig, denn die Tiere kommen wieder, nachdem sie woanders überwintert haben“, sagt Sherwin.

Einheimische Pflanzen und Vogelhäuschen locken sie an

Damit sich Fledermäuse in Haus und Garten wohlfühlen, können Hausbesitzer darauf achten, dass einheimische Pflanzen im Garten wachsen, die genügend Nahrung für Insekten bieten. Schließlich sind diese die Beute der Fledermäuse; vor allem Gärten mit Teich sind daher bei Fledermäusen beliebt. Wer seinen Garten zupflastert, zerstört den Lebensraum der Tiere, wer aber ein Vogelhäuschen aufhängt, kann welchen schaffen. Für die Schäfers ist eine solche Rücksichtnahme auf die Flugtiere ganz selbstverständlich.

Die Plakette "Fledermausfreundliches Haus"
  • „Fledermausfreundliches Haus“ ist eine Aktion, bei der sich jeder beteiligen kann, der Fledermäuse bei der Wohnungssuche unterstützen möchte. Gefördert wird das Projekt vom NRW-Ministerium für Klima, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz.
  • Weitere Informationen zu diesem Projekt gibt es im Internet auf der Seite

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