Nachbarn warnen: Einfahrt zum Einkaufszentrum direkt am Schulweg für Grundschüler geplant

rnSchwerter Norden

Die Stadt überraschte mit der Meldung, dass ein Investor im Schwerter Norden ein Einkaufszentrum bauen wolle, die Nachbarn auf der Heide. Die haben eine eindeutige Meinung zu den Plänen.

Schwerte

, 28.08.2019, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gut 40 Anwohner und Kommunalpolitiker versammelten sich am Mittwochmittag in der brütenden Hitze an der Kreuzung Alter Dortmunder Weg/Am Eckey. Hier möchte eine Investor ein Einzelhandelszentrum errichten. Das hatte die Stadt Anfang vergangener Woche erklärt und damit nicht nur die Nachbarn, sondern auch viele Kommunalpolitiker überrascht. Was genau gebaut werden soll, darüber gibt es bislang nur Gerüchte.

Das weiß man bisher über die Pläne

Lediglich die Informationen über die Verkaufsfläche (1200 Quadratmeter), die Zufahrt über den Alten Dortmunder Weg und der Plan 80 Stellplätze zu bauen, sind bislang aus den Plänen an die Öffentlichkeit gedrungen. Gerüchten zu Folge hat der Discounter Netto Interesse an dem Gelände. Aber weder Netto noch der Investor haben dazu bislang etwas gesagt.

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Das sagen die Nachbarn dazu:

Auf Einladung der CDU-Ratsfrau Bianca Dausend sollte nun vor Ort ein Stimmungsbild eingeholt werden. Und das war relativ klar:

  • Die überwiegende Mehrheit der Nachbarn ist gegen einen Nahversorger auf diesem Gelände.
  • Alle Anwesenden sprachen sich gegen die Ansiedlung eines Discounters aus. Der wird in der Schwerter Gerüchteküche hoch gehandelt.
  • Wenn man schon das Einkaufszentrum nicht verhindern kann, dann solle es bitte über die Straße Am Eckey und nicht über den Alten Dortmunder Weg erschlossen werden. Auch für diese Meinung gab es eine große Mehrheit.

Wenn man schon unbedingt ein Einkaufszentrum bauen wolle, dann doch bitte auf der echten Schwerter Heide, nördlich der Autobahn. „Jahrelang haben wir uns einen Nahversorger auf der Heide gewünscht, aber doch nicht an dieser Stelle direkt neben Kaufland“, erklärt Anwohner Franz-Josef Kneuper.

Einfahrt direkt am Schulweg geplant

Große Sorgen machen sich auch viele Eltern aus dem Gebiet: Denn viele Kinder nutzen den Alten Dortmunder Weg als Schulweg zur Heideschule. Schon jetzt würden viele Autofahrer die Straße als Alternative zum Dauerstau auf der Hörder Straße nutzen. Wenn jetzt vor der ohnehin für Kinder schlecht einsehbaren Kreuzung auch noch die Einfahrt zu einem Supermarkt wäre, würde das den Weg erheblich gefährlicher machen schätzen sie.

Einer der wenigen, die sich für einen Nahversorger einsetzen, ist Horst Ludorf. „Wir können nicht selber zum Höchsten oder nach Lichtendorf zum Einkaufen fahren und dort die Straßen belasten und uns dann hinstellen und sagen, bei uns darf keiner durchfahren.“

Nachbarn warnen: Einfahrt zum Einkaufszentrum direkt am Schulweg für Grundschüler geplant

Auf diesem Grundstück will ein Investor einen Lebensmittelmarkt bauen. © Heiko Mühlbauer

Warum überhaupt dort bauen?

Eine komplett gegenteilige Meinung vertrat Heinrich Schlep: „Warum muss hier überhaupt gebaut werden?“ Da diskutiere man im Rat stundenlang über Klimaschutz und wolle dann ein Einkaufszentrum bauen, von dem man locker zu Fuß zu Kaufland könne.

Die Stadt hatte erklärt, dass es das Interesse eines Investors gebe, der auf der Fläche einen Lebensmittelmarkt mit 1200 Quadratmetern Grundfläche, einem Bäckerladen und Parkplätzen bauen will. Dazu soll ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden. Über den Einleitungsbeschluss dazu soll der Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt (AISU) in seiner öffentlichen Sitzung am 17. September abstimmen. Damit würde aber nur ein entsprechendes Verfahren in Gang gesetzt.

Das Verfahren wird übrigens in diesem Fall nicht von der Stadtverwaltung eingeleitet, sondern auf Antrag des Investors, der im Amtsdeutsch Vorhabenträger heißt. Der muss auch die Kosten für die Pläne, die er vorlegen muss tragen, ob der Bau nun genehmigt wird oder nicht.

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