Nachtasyl im Rathaus wird kaum in Anspruch genommen

Obdachlose

SCHWERTE Nur wenige Bedürftige nehmen das Angebot des Nachtasyls in den Kellerräumen des Rathauses zur Zeit in Anspruch – trotz anhaltenden Minusgraden und bevorstehendem Unwetter.

von Von Marc Fröhling

, 08.01.2010, 14:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Obdachlosenunterkunft im Rathaus bleibt nachts oft ungenutzt.

Die Obdachlosenunterkunft im Rathaus bleibt nachts oft ungenutzt.

Dabei bestünde ab 18 Uhr wochentags die Möglichkeit in den Keller einzukehren und dort zu schlafen. Sie müssen sich lediglich registrieren, um in speziellen Fällen kontaktiert werden zu können. „Viele fühlen sich da allerdings eingeschlossen“, denn die Türen werden nachts von außen abgeschlossen. Natürlich können die Bedürftigen noch raus, trotzdem bleibt das unangenehme Gefühl. Auch der seit kurzem Obdachlose Udo möchte die nächste Nacht nicht im Rathaus verbringen, denn die Heizung funktioniere dort nicht richtig und eine Decke habe er auch nicht. Wo er denn schlaffen wolle? „Frag mich was leichteres“, so der 58-Jährige. Die letzte Nacht hatte er im Foyer einer Schwerter Bank schlafen dürfen, aber das geht natürlich nicht jede Nacht.

Sind nachts die Betten leer, wird es morgens voll. Viele nutzen die Gelegenheit zum duschen, sich aufzuwärmen und auf die Toilette zu gehen. Außerdem gibt es einen Aufenthaltsraum und eine kleine Küche, wo man sich einen kleinen Kaffee zubereiten und gemütlich beieinander sitzen kann. Für viele Obdachlose ist der Raum schon zu einem festen Treffpunkt geworden.

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