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Neu im Rathaus: Welche Pläne dieser Mann für die Jugendlichen in Schwerte hat

rnJugendpfleger Christian Mogk

Er ist der neue Jugendpfleger der Stadt Schwerte. Christian Mogk legt Wert auf sinnvolle Freizeit und Prävention von Drogen und Gewalt. Ein aufgeschobenes Projekt will er endlich umsetzen.

Schwerte

, 18.05.2019 / Lesedauer: 4 min

Christian Mogk kommt gerade aus der Gesamtschule Gänsewinkel. Gemeinsam mit den Schülern bereitet er ein Projekt zur Rechtsextremismus-Prävention vor, genauer gesagt ein Gespräch mit einem Aussteiger der rechtsextremen Szene. „In meinem Job wird es oft um Prävention jeder Art gehen. Meist handelt es sich um die Vermeidung von Drogen, Gewalt oder Kriminalität.“

Das Projekt zum „Gefrierfleischorden“ fällt in diesem Jahr auch in seine Hände. Den erhielten im Zweiten Weltkrieg viele Soldaten, die an der Ostfront gekämpft haben - und viele haben dort in Eiseskälte Körperteile verloren. Die Thematik ist Teil des Projekts, das Mogk in der Gesamtschule betreut.

Vielfältige Aufgaben jedenfalls übernimmt Christian Mogk, der seit Anfang März neuer Jugendpfleger der Stadt Schwerte ist. Nicht alleine natürlich, sondern zusammen mit seinen Kolleginnen aus der Abteilung für Kinder- und Jugendarbeit, versteht sich.

Was alles dazu gehört? „Wir arbeiten im Bereich Kinder und Jugendschutz, Drogenprävention, Cybermobbing und auch Elternarbeit, um nur einige Bereiche zu nennen. Großer Fokus liegt natürlich auch auf der Freizeitgestaltung. Dazu gehören der Ferienspaß, das Kindertheater, der Vorlesetag“, erklärt Mogk. Die Liste sei fast endlos, auch Faktoren wie die Streitschlichter-Ausbildung, die Aufarbeitung von Identität und Geschlechterrollen gehören dazu.

Kinder sollen mitbestimmen und sich einbringen

Was den Jugendlichen in Zukunft helfen soll, ist Mogks Mittätigkeit als Berufswahlcoach. „Ich will einen besonderen Blick haben auf den Übergang von der Schule zum Beruf.“ Er will die Schüler auf den Einstieg in den Arbeitsalltag vorbereiten, macht Bewerbungs- und Telefontraining.

Und vorher? „Ich komme aus der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Vorher habe ich 10 Jahre einen Jugendtreff im Kreis Olpe geleitet.“ Er habe sich also schon immer um die Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen gekümmert.

„Die Partizipation der Kids - dass sie also mitbestimmen und sich in Projekte einbringen sollen - war schon immer wichtig für mich. Ich war immer nah dran, hatte einen direkten Draht zu ihnen“, sagt der zweifache Familienvater.

Für Mogk ist das eine gute Ausgangslage, auch in Schwerte den Nerv der Zeit zu treffen und auf gutem Level mit den Kids - wie er sie nennt - zusammenzuarbeiten.

„Egal, was man macht - man hängt immer ein bisschen hinterher.“
Christian Mogk, Jugendpfleger Stadt Schwerte

Dass er weiß, was diese Kids beschäftigt, will er am aktuellen Thema „Fortnite“ festmachen. Das Computerspiel zieht längst nicht nur Kinder und Jugendliche an, auch Erwachsene spielen das Spiel, bei dem es das Ziel ist, am Schluss als einziger Kämpfer zu überleben.

Aber auch Pädophilen öffnet sich durch das die Chatfunktion im Spiel ein Tor zu möglichen Opfern. „Es ist unsere Arbeit, zu sensibilisieren und auch den Eltern zu erklären, warum das Spiel so interessant ist.“

Die Schnelllebigkeit von Jugendtrends kann aber auch zum Problem werden: „Egal, was man macht - man hängt immer ein bisschen hinterher. Wir müssen am Ball bleiben, uns mit den Thematiken beschäftigen“, erklärt Mogk.

Christian Mogk will das Jugendparlament vorantreiben

Sein Steckenpferd, das soll das Jugendparlament werden. „Erklärtes Ziel ist es, ein Format zu entwickeln, in dem Kinder und Jugendliche mitbestimmen können.“

Ein Kinder- und Jugendparlament, in dem Entscheidungsprozesse und Demokratie dargestellt und umgesetzt werden soll - das steht in Schwerte schon lange in der Schwebe. Mittlerweile stehe man aber im Austausch, suche nach Wegen, das Projekt schnellstmöglich zu verwirklichen, erklärt Mogk.

Auch, wenn Christian Mogk erst seit rund 10 Wochen im Rathaus am Stadtpark arbeitet - der neue Jugendpfleger der Stadt fühlt sich schon richtig angekommen. Ursprünglich aus Siegen, lebt er mittlerweile mit Frau und zwei Kindern in Iserlohn. „Mein älterer Sohn wird 12. Die Pubertät ist sozusagen mein Alltagsgeschäft.“

Generell will er seinen Job nicht nach Liste machen, viele Themen auch locker mit den Jugendlichen angehen. „Wir machen auch Spaßprojekte. Schließlich geht es um die Freizeit. Und Jugend ist die Zeit für Spaß“, sagt der 43-Jährige. Auch vielen ernsthafteren Themen könne man mit Spaß begegnen. „Das eine schließt das andere nicht aus.“

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