Neubau der Autobahnbrücke über die Sölder Straße soll 2020 komplett fertig sein

rnA1-Baustelle in Schwerte

Der Ersatz des maroden Bauwerks macht sichtbare Fortschritte. Am Freitag wurde das zweite Widerlager für die nördliche Brückenhälfte betoniert. Nächsten Samstag wird der Überbau aufgelegt.

Lichtendorf

, 29.03.2019, 18:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurzes Hupzeichen: Förderstopp, um das Auslassrohr der Betonpumpe zu versetzen. Langes Hupzeichen: Der Beton-Lkw ist leer. Letzteres tönt am Freitagmorgen immer wieder über die A1-Baustelle an der Sölder Straße. Schlag auf Schlag rollen die grünen Mischfahrzeuge an, um das nordöstliche Widerlager der neuen Autobahnbrücke zu gießen. Ist das eine leer die Behelfsrampe zur Autobahn heruntergerumpelt, verlässt schon das nächste volle den extra am Feldrand angelegten Wartestreifen.

"Deckel drauf" heißt es schon am kommenden Wochenende auf die beiden neuen Widerlager auf der nördlichen Seite der A1-Brücke über die Sölder Straße. Dann werden die Betonplatten für die Fahrbahn aufgelegt.

"Deckel drauf" heißt es schon am kommenden Wochenende auf die beiden neuen Widerlager auf der nördlichen Seite der A1-Brücke über die Sölder Straße. Dann werden die Betonplatten für die Fahrbahn aufgelegt. © Reinhard Schmitz

Die Zeit tickt für das Einbringen der 130 Kubikmeter. „Wir müssen den Beton innerhalb von 90 Minuten verarbeiten“, erklärt Carsten Freitag, Bauüberwacher vom Landesbetrieb Straßen NRW (Meschede). Und zwar seit der Abfüllung im Hagener Werk der Märkischen Transportbeton. Die Fahrer sind auf den kürzesten Weg über die A1 eingeschworen, die sie erst für das letzte Teilstück an der Raststätte Lichtendorf-Süd verlassen. Zurück fädeln sie sich über eine zweite Behelfsrampe direkt wieder auf die Fahrbahn in Richtung Köln ein. Die Planung ermöglicht Freitag gleichzeitig, seinen Baustellenverkehr so weit wie möglich aus der Stadt herauszuhalten. Nur wenn Stau die Lieferfrist bedrohen würde, müssten die Fahrer von dieser Route abweichen.

Betonwand ist einen Meter dick

Klein wie die Figuren auf der Modelleisenbahn wirken die Arbeiter mit den Warnwesten und gelben Helmen, die auf einem Balkon an der Spitze der sieben Meter hohen Schalwände herumwuseln. Wie in eine überdimensionale Kuchenform füllen sie dazwischen den Beton für die einen Meter dicke Wand ein, auf der einmal die Fahrbahn ruhen wird. Auf der gegenüberliegenden nordwestlichen Seite ist die schon fertig. Dort fand die Betonierung vor zwei Wochen statt. Auf einen kleinen Spickzettel hat Carsten Freitag dazu noch einige große Zahlen aufgeschrieben. „Wir haben 130 Tonnen Stahl eingebaut“, sagt er. Und die beiden Widerlager ruhen auf 38 Bohrpfählen mit einem Durchmesser von 1,20 Metern, die jeweils rund zehn Meter tief in die Erde getrieben sind.

Gutachter prüft Boden für die Verfüllung

Wenn die Verschalung entfernt ist, wird Freitag die riesige Baugrube dahinter wieder verfüllen lassen. Sie reicht von der Höhe der Autobahn bis auf das Niveau der Sölder Straße hinunter. Als das Mega-Loch gebaggert wurde, hat man zwar den Aushub gleich nebenan zu Haufen aufgetürmt. Aber ob er wieder eingebaut werden kann, ist noch fraglich. Die Entscheidung liege bei einem Bodengutachter, sagt Freitag. Der muss prüfen, ob das Material tragfähig genug ist für die künftigen Fahrspuren mit ihren 40-Tonner-Lkw. Denn beim Bau der Autobahn in den 1960er-Jahren wurde der Damm auch mit Abraum aus den Kohlezechen und Schlacke aufgeschüttet. Die unterschiedlichen Farben der Bodenschichten sind im Sonnenlicht gut zu erkennen. Von einem Laboranten geprüft wird übrigens auch der besondere Qualitätsbeton auf der Baustelle. Er gießt zudem noch Proben-Würfel, die nach 28 Tagen erneut untersucht werden.

Nächstes Wochenende kommt 500-Tonnen-Kran

Den nächsten Bauschritt plant Freitag schon für kommendes Wochenende. „Ich hoffe, dann haben wir noch schöneres Wetter, weil wir dann die Fertigteile auflegen“, kündigt er an. Ein 500-Tonnen-Kran wird die 1,20 Meter dicken Betonplatten für den Brücken-Überbau auf die Widerlager hieven. Die Sölder Straße wird dafür am Freitag, 5. April, ab 20 Uhr in diesem Bereich gesperrt. Spätestens am Montag, 8. April, um 6 Uhr soll sie wieder frei sein. Noch in diesem Jahr soll die nördlich Brückenhälfte dann soweit fertig sein, dass der komplette Autobahnverkehr über sie geleitet werden kann. Anschließend wird die südliche Hälfte des maroden Altbauwerks abgerissen. Wann alles komplett fertig sein soll, kündigt schon eine eingegossene Jahreszahl im Widerlager an: 2020.

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