Neubaugebiet Schwerterheide: Das sagen die Parteien

rnBürgerinitiative Schwerter Heide

An der Schwerterheide sollen neue Häuser und Wohnungen gebaut werden. Eine Bürgerinitiative stellt sich dagegen. Mittlerweile haben auch die Schwerter Parteien Stellung zur Bebauung bezogen.

Schwerterheide

, 12.09.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

An der Schwerterheide sollen neue Häuser und Wohnungen gebaut werden. Die Besitzer der Felder an der Waldstraße haben gewechselt. Eigentümer ist mittlerweile kein Bauer mehr, sondern die Immobilien-Entwicklungsgesellschaft (IEG), an der auch die Stadt beteiligt ist. Die Bürgerinitiative Schwerterheide macht sich hingegen mobil und versucht die Bebauung der Äcker zu verhindern. Mittlerweile haben auch die Schwerter Parteien Stellung bezogen und die Meinungen gehen auseinander.

CDU und WfS sprechen sich gegen Bebauung aus

Mit der WfS und der CDU stellen sich zwei Parteien deutlich gegen eine Bebauung auf der Schwerterheide. „Ich werde gegen eine Bebauung der Schwerterheide stimmen. Dies gilt auch für die Zeit nach der Wahl.“, so die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Bianca Dausend in einer Pressemitteilung. „Ein Wald braucht einen umgebenden Grüngürtel. Dieser ist um den Schwerter Wald durch die B236 und auf Aplerbecker Seite durch die Bebauung bis an den Wald bereits zerstört.“

Carsten Böckmann, Mitglied der CDU-Fraktion im Kreistag Unna fügte hinzu, dass Wohnungsbau und barrierefreies Wohnen durch die fehlende Infrastruktur auf der Schwerterheide nur sehr schwer umzusetzen sei.

FDP und WfS klagen über fehlende Transparenz

Auch die WfS spricht sich klar gegen die Bebauung der Ackerflächen aus. Dabei beäugt Fraktionsvorsitzender Andreas Czichowksi vor allem die Art und Weise des Vorgehens kritisch. SPD, Grüne und CDU, die als einzige Parteien in der IEG vertreten sind, haben ohne miteinbeziehen der Bürgerinteressen hinter verschlossenen Türen gehandelt. „Die drei Parteien in der IEG haben die Pläne unter sich ausgemacht ohne Bürger und andere Parteien mit einzubeziehen.“, so Czichowski. „So ein Vorgehen schadet dem sozialen Frieden.“ Zudem hinterfrage die WfS den nötigen Bedarf für Wohnungsbau an der Schwerterheide, da auch andere Gebiete wie die freistehende Fläche am ehemaligen Freizeitallwetterbad bebaut werden sollen.

Auch die FDP klagt über die fehlende Transparenz und Kommunikation der Akteure mit den ansässigen Bürgern. Fraktionsvorsitzende Renate Goeke sieht dabei die in der IEG vertretenden CDU, SPD und Grüne in der Pflicht: „Bevor gehandelt und ein Grundstück erworben wird, sollten alle Akteure in die Diskussion einbezogen werden.“ Grundsätzlich stimmt Goeke einem Neubaugebiet zu, solange es im gesetzlichen Rahmen stattfindet. „Ein Neubaugebiet sollte nicht nur die minimalen Vorgaben erfüllen, sondern bürgerfreundlich gestaltet werden.“

Grüne: Keine weiteren „Ausfransungen“

Bei den Grünen stehen Bodenschutz und Naturhaushalt im Vordergrund. Jede weitere „Ausfransung“ der Stadt in die Landschaft hinein solle verhindert werden. Daher setzten sich die Grünen für eine Komprimierung der Stadtstruktur ein. „Das heißt: Baulücken schließen, unbebaute Flächen und Altflächen vorrangig bebauen.“, heißt es in einer Pressemitteilung. Dazu gehöre auch gewachsene innerstädtische Grünflächen zu erhalten. Zudem heißt es in der Pressemitteilung: „Bei einem Bebauungsplanverfahren bzgl. der Schwerter Heide sind die genannten Grundsätze für uns maßgeblich.“

SPD verweist auf zukünftiges Verfahren

Angelika Schröder, Fraktionsvorsitzende der SPD, verweist auf das umfangreiche Verfahren, das einer Bebauung an der Schwerterheide vorausgeht. Dabei werden Behörden, Gutachter und Bürger berücksichtigt. „Ich habe Verständnis für die Bürgerinitiative Schwerterheide. Wir werden aber erst Stellung zu diesem Thema beziehen, wenn wir eine verantwortungsvolle Entscheidung anhand konkreter Pläne machen können.“, erklärt Schröder und verweist auf das zukünftige Verfahren.

Linke sind zwiegespalten

Bei der Frage nach der Bebauung des Ackerlandes ist man bei den Linken zwiegespalten. Ein Neubaugebiet zu Gunsten von sozialem Wohnungsbau würden die Linken unterstützen. Dieser kommt nach Karl-Heinz Schimpf, dem Sprecher der Linken-Fraktion in Schwerte, deutlich zu kurz. „Die letzten ähnlichen Projekte, wie Auf dem Knapp, waren allesamt für die oberen 10.000 angelegt worden.“, so Schimpf. „Was Schwerte momentan braucht, ist bezahlbarer Wohnraum. Dennoch sollen auch Umwelt- und Landschaftsschutz eine Rolle spielen: „Wenn die rechtlichen Bedingungen für den Naturschutz nicht eingehalten werden können, müssen auch wir uns gegen einen Bebauung aussprechen.“

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