Vor der Halle des Empfangsgebäudes stecken geblieben ist die Sanierung des Bahnhofs Schwerte. Auch die Flächen hinter der Tür zur früheren Spielhalle warten immer noch auf eine neue Nutzung. © Reinhard Schmitz
Deutsche Bahn

Neue Hoffnung für Bahnhof: Verschwinden die letzten Gammel-Ecken?

Keine Zierde des Bahnhofs ist die schmuddelige Tür in der Wartehalle, hinter der die Räume der früheren Spielhalle liegen. Hier ist die Sanierung steckengeblieben. Jetzt gibt es neue Chancen.

Es hörte sich so gut an. Nach der Sanierung der Bahnsteige und des Bahnhofsvorplatzes sollte auch noch das historische Empfangsgebäude des Bahnhofs saniert werden. Davon berichtete das Bahnhofsmanagement vor zwei Jahren, als die SPD-Fraktion mit Bürgermeister Dimitrios Axourgos die Baustelle an den Gleisen besichtigte. Passiert ist seitdem nichts Sichtbares. Doch jetzt hat das Land NRW ein neues Förderprogramm für Bahnhöfe aufgelegt. Gibt es doch noch eine Chance für neue Dachpfannen und eine Wiederbelebung der Flächen, wo früher mal eine Spielhalle war?

Städte können Bahnhöfe mit Fördermitteln modernisieren

„20 Kommunen sollen in die Lage versetzt werden, Mittel zu beantragen, um ihre Bahnhöfe zu sanieren“, erklärt ein Bahnsprecher auf Anfrage. In der vergangenen Woche hätten die Deutsche Bahn und das Land NRW eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Damit sollten Leerstände beseitigt werden, die dadurch entstanden sind, dass viele Bahnhofsgebäude für den heuten Bahnbetrieb überdimensioniert sind. Bahnhofsvorsteher mit eigenen Büros beispielsweise gibt es dort längst nicht mehr. Auch keine Räume, in denen man Reisegepäck oder Expressgut aufgeben konnte. Und die großen Wartesäle früherer Zeiten sind ebenfalls passé.

Ungenutzt ist ein großer Teil des westlichen Trakts des Schwerter Bahnhofs, in dem früher eine Spielhalle untergebracht war.
Ungenutzt ist ein großer Teil des westlichen Trakts des Schwerter Bahnhofs, in dem früher eine Spielhalle untergebracht war. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Die Idee ist jetzt: Die Kommunen bekommen Gelegenheit, sich dort einzumieten, wenn sie Modernisierungsmittel beantragen“, berichtet der Bahnsprecher weiter. Dieses Verfahren geschehe über die Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft, die jeweils zur Hälfte dem Land und der Bahn gehört. Maximal möglich sei dann ein 80-prozentiger Zuschuss zu den Kosten der Maßnahme aus der Städtebauförderung.

Das Rathaus will Kontakt mit der Bahn aufnehmen

„Die Stadt wird Kontakt aufnehmen“, sagt Stadt-Pressesprecher Ingo Rous auf Anfrage. In Gesprächen wolle man dann klären, was die Bahn als Eigentümerin des Bahnhofs möchte und wünsche. Von deren Seite wurden vorschnelle Erwartungen allerdings erst einmal eingebremst. „Wir sind ganz weit entfernt, etwas zu unternehmen“, so der Bahnsprecher.

Der Bahnhofsvorplatz und die Bahnsteige samt Treppen sind schon saniert. Kann jetzt auch noch das Empfangsgebäude des Bahnhofs schön gemacht werden?
Der Bahnhofsvorplatz und die Bahnsteige samt Treppen sind schon saniert. Kann jetzt auch noch das Empfangsgebäude des Bahnhofs schön gemacht werden? © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Aber die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes samt Zentralem Omnibusbahnhof gelang auch nicht von jetzt auf gleich, sondern brauchte viele lange Anläufe. Genauso wie die Modernisierung der Bahnsteige mit ebenerdigem Einstieg, Einbau von Aufzügen und neuen Überdachungen ein Projekt war, das mehr als drei Jahre in Anspruch nahm.

Bislang gab es immer eine gute Zusammenarbeit

Bei allen Maßnahmen wurde immer die gute Zusammenarbeit von Bahn und Stadt hervorgehoben, die beispielsweise den Bau der Rollstuhlrampe neben dem Eingangsportal selbst übernahm. Umgekehrt kam die Bahn dem Wunsch des Bürgermeisters nach einer großen Anzeigetafel in der Wartehalle nach. Warum sollte so ein Zusammenspiel nicht auch noch einmal bei den letzten Sanierungsschritten für den Bahnhof funktionieren?

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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