Niemals Quotenfrau sein: Die „Grande Dame“ der CDU Schwerte wird 80 Jahre alt

rnEmmi Beck feiert

Dass sie zur ersten Vorsitzenden der CDU-Ortsunion Schwerte gewählt wurde, war nur eine Station der politischen Karriere. Dazu kamen viele Ehrenämter und sogar künstlerische Ausrufezeichen.

Schwerte

, 01.10.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von Frauenquote war nirgends die Rede, als Emmi Beck im Februar 1987 zur ersten Vorsitzenden der CDU-Ortsunion Schwerte wurde. Diesen Grund hätte die Kommunalpolitikerin auch für ihre Wahl niemals akzeptiert. „Ich will in der Fraktion nicht als Frau anerkannt werden, sondern an meiner Arbeit gemessen werden“, hatte sie schon zuvor mal gegenüber den Ruhr Nachrichten erklärt.

Und das ist der vielfältig Engagierten, die am 1. Oktober ihren 80. Geburtstag feiert, gelungen. Als „Grande Dame der Schwerter CDU“ bezeichnet sie die stellvertretende Fraktions-Vorsitzende im Stadtrat, Bianca Dausend, in ihrer Laudatio, für die weit zurückgeblättert werden musste: „1973 entschloss sich die vierfache Mutter zum Parteieintritt in die CDU und stand fortan der Partei mit viel Engagement, Fleiß und Esprit zur Verfügung.“ Dort sei sie auch Mitgründerin der Frauenunion geworden.

Als Kind in Dortmund aufgewachsen

So sehr ist Emmi Beck in ihren vielfältigen Tätigkeiten mit Schwerte verwoben, dass kaum einer ahnte, dass sie eigentlich Dortmunderin ist. Zumindest, bis sie vor Jahren mit ihrem Buch „Als Kind im Revier“ dem Aufwachsen in der Industriestadt ein literarisches Denkmal setzte.

1955 hatte sie die Schule mit der Mittleren Reife beendet und bis 1962 einen Verwaltungsjob ausgeübt. In die Ruhrstadt zog sie 1970, als die Familie sich an der Luisenstraße in Holzen ein Haus gebaut hatte. In Holzen übernahm Emmi Beck folglich auch erstmals Verantwortung für ihre Partei: Sie wurde Pressesprecherin und Geschäftsführerin der damaligen Ortsunion Holzen.

Als diese infolge der Teilung des Ortsteils bei der Kommunalen Neuordnung immer kleiner wurde, folgte der Wechsel in die Ortsunion Schwerte, die sie fünf Jahre lang leitete.

Niemals Quotenfrau sein: Die „Grande Dame“ der CDU Schwerte wird 80 Jahre alt

In ihrem Buch „Als Kind im Revier“ schildert Emmi Beck ihre ersten Lebensjahre in Dortmund. Erst 1970 kam sie nach Schwerte. © Manuela Schwerte (A)

Für ihre Partei übernahm Emmi Beck natürlich auch Mandate. 1975 bis 1979 war sie Ratsmitglied, seit 1984 Kreistagsabgeordnete und seit Ende 1989 Mitglied der Landschaftsversammlung. Der unermüdliche Einsatz wurde 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz honoriert.

Neben der Politik noch viele Ehrenämter

Mit Erreichung des Rentenalters verzichtete Emmi Beck auf Kandidaturen für politische Ämter. Erstaunlich, dass sie neben diesen Aufgaben stets noch Zeit und Kraft für weitere Ehrenämter fand, so im Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde, als Schöffin am Landgericht Hagen und im Beirat des Fördervereins Ruhrtalmuseum. Auch dem Arbeitskreis Schwerter Frauengeschichte(n) ist Emmi Beck, die später in eine Wohnung in Bahnhofsnähe umzog, verbunden. Dessen Vorsitzende Hille Schulze Zumhülsen schreibt: „Wir wünschen Emmi Beck, dass sie weiterhin mit wachen Augen und aufmerksamen Ohren in Schwerte aktiv ist.“

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