Nordwall-Karree: 40 neue Innenstadt-Wohnungen ohne Tiefgarage?

rnCDU-Vorschlag

Muss Pferdekämpers Wiese weichen? Kommt das Nordwall-Karree auf die Grünfläche neben dem Ruhrtal-Gymnasium? So war es beschlossen. Die CDU sagt nun: dieses Gebäude ja, das andere aber nein.

Schwerte

, 25.08.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man sei ja nicht generell gegen Neubauten. Ganz im Gegenteil: Man setze sich doch „seit Jahren für modernen Wohnungsbau in Schwerte

ein. Insofern befürworten wir auch größere Projekte, wie z.B. das Wohnbau-

projekt der GWG am Rosenweg oder eine Bebauung auf dem ehe-

maligen Gelände des Freizeitallwetterbades.“

So schreibt es CDU-Fraktionschef Marco Kordt in einer Stellungnahme an Schwertes Bürgermeister Dimitrios Axourgos. Es geht um das Nordwall-Karree, immer noch.

Knappe Entscheidung im Februar, nach mehreren Versuchen

Mit 19:18 Stimmen hatten Schwertes Politiker im Februar 2020 einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Das ging zurück auf die Initiative der Projektteam GmbH. Dessen Chefs Wolfgang Behr und Michael Schroer wollen eben jenes Nordwall-Karree bauen: 40 neue Wohnungen auf der 5400 Quadratmeter großen Fläche zwischen Wittekindstraße, Nordwall und Ostenstraße.

Die ist als „Pferdekämpers Wiese“ bekannt und einer der wenigen verbliebenen Grünflächen in der Schwerter Innenstadt, direkt am Rand der Altstadt gelegen.

Die Abstimmung im Februar hatte eine Vorgeschichte: Im April 2019 hatte noch eine Mehrheit die Nordwall-Pläne abgelehnt, im November 2019 gab es auch für eine abgewandelte Variante der Planung knapp keine Mehrheit. Die bis dahin unterlegenen Politiker wagten 2020 dann einen erneuten Vorstoß in einem anderen politischen Gremium mit leicht anderen Partei-Anteilen. Und brachten die Pläne durch.

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„Grüne Oase im Innenstadtbereich schützen“

„Wir müssen darauf achten, dass wir Wohnungsbau möglich machen, aber nicht an jedem freien Ort und nicht unter gänzlicher Verdrängung des vorhandenen Grüns“, unterstreicht Marco Kordt: „Der Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2004 hat daher bereits vorausschauend die Fläche entlang des Nordwalls als Grünfläche ausgewiesen.“

Die CDU sei davon „überzeugt, dass wir, gerade vor dem Hintergrund der immer heißer werdenden Sommer gut daran tun, dass wir kleine grüne Oasen, gerade im Innenstadtbereich, schützen und erhalten, damit Stadtklima und Aufenthaltsqualität verbessert werden.“

Tiefgarage soll entstehen, wo es ein Bodendenkmal gibt

Das zweite wesentliche Argument gegen die Bebauung der Fläche: „Da im Bereich des Bodendenkmals eine Tiefgarage geplant ist, würde das Bodendenkmal unwiederbringlich zerstört werden. Die Untere Denkmalbehörde der Stadt Schwerte müsste eine Befreiung vom Denkmalschutz aussprechen, kann dies aber nur tun, wenn ein überwiegend öffentliches Interesse hierzu vorläge.“

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der die obere Denkmalbehörde ist, habe immerhin schon „schwere Bedenken gegen das Vorhaben geäußert“, so Kordt.

Insofern schlägt die CDU eine neue Variante vor, einen Kompromiss: „das Bodendenkmal unangetastet zu lassen und ausschließlich die anderen geplanten Gebäude zu realisieren.“ Soll heißen: Das Haus mit Tiefgarage soll wegfallen. Den Rest könne man ja dann bauen.

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