Notfallpraxis wieder geöffnet: Patienten gehen weiter ins Krankenhaus

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Die Schwerter Notfallpraxis war vorübergehend geschlossen. Eine Coronavirus-Abstrichzentrale fand dort ihren Platz. Nun hat die Praxis wieder geöffnet, Patienten kommen aber noch zögerlich.

Schwerte

, 06.06.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht kam ziemlich schnell, innerhalb von ein paar Tagen wurde die Notfallpraxis im Schwerter Marienkrankenhaus für die Öffnung vorbereitet. Seit dem 30. Mai können sich Patienten nun wieder zu den gewohnten Zeiten an den Notfalldienst wenden.

Der organisatorische Aufwand war nicht groß. „Es musste nur eine Grundreinigung gemacht werden und die Sachen von der Abstrichzentrale weggeräumt werden“, sagt Dr. Thomas Fisseler, von der Notfallpraxis.

Freude bei Arzthelferinnen war groß

Personell gesehen war die Öffnung kein Problem, denn die Arzthelferinnen arbeiten auf 450 Euro-Basis. „Unsere Arzthelferinnen dürfen also nur eine bestimmte Anzahl an Stunden machen, deshalb konnten wir alle wieder einstellen“, so Thomas Fisseler.

Einen Ansturm auf die Notfallpraxis gab es bisher jedoch nicht. „Es läuft langsam an, die Patienten kommen eher zögerlich, heißt bis jetzt war noch nicht viel los“, so Fisseler.

Patienten sollen Ambulanz nicht blockieren

Thomas Fisseler hofft, dass sich das noch legt und nicht mehr alle Patienten in die Ambulanz stürmen. „Das blockiert die Ambulanz und die Patienten werden von dort, wenn es keine Notfälle sind, weiter zu uns in die Notfallpraxis nebenan geschickt“, sagt Thomas Fisseler.

Bereits im Jahr 2017 hatte der Mediziner angemerkt, dass die Schwerter die Notfallpraxis kaum kennen und das der Grund dafür sein könnte, dass viele Menschen statt der Notfallpraxis die Anbulanz im Krankenhaus aufsuchen.

Kein neues Bild

Der damalige Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Jens Flintrop, zeichnete ein ähnliches Bild. „Aktuell suchen viele Patienten auch während der Praxisöffnungszeiten die Krankenhausambulanzen auf. Woran das liegt? An Bequemlichkeit, kein Warten auf einen Termin (bei einem Spezialisten, Anm. d. Red.)“, und die Hoffnung auf eine schnellere Behandlung ohne viele Wege zu verschiedenen Ärzten.

Anscheinend ist das Bild kurz nach der erneuten Öffnung der Notfallpraxis in Schwerte ein ähnliches. Wieder gehen Patienten lieber ins Krankenhaus, statt in die Notfallpraxis. Schon in 2017 sagte Flintrop: „Wer mit Bagatellerkrankungen die Krankenhausambulanz aufsucht, raubt den dortigen Ärzten Zeit, die dann eventuell für die Versorgung lebensbedrohlich erkrankter Patienten fehlt.“

Vorherige Telefon-Diagnose nicht mehr nötig

Ein „Vorab-Diagnose“ per Telefon sei jetzt nicht mehr nötig. Die meisten Patienten kämen mit „grippalen Geschichten“ in die Praxis. Wenn etwas auf eine Corona-Infektion hinweist, müsse die Praxis das sowieso dem Gesundheitsamt melden, das sei dann weiter zuständig.

Notfallpraxis wieder geöffnet

Öffnungszeiten

  • Montag, Dienstag, Donnerstag von 18 bis 22 Uhr
  • Mittwoch und Freitag 13 bis 22 Uhr
  • Samstag, Sonntag und an Feiertagen 8 bis 22 Uhr
  • Marienkrankenhaus Schwerte, Goethestr. 19 in 58239 Schwerte
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