Straße aufgerissen: Seit Wochen passiert nichts mehr auf der Baustelle

rnÄrger um Baustelle

Eine Dauer-Baustelle vor der Haustür, das eigene Grundstück mit einem Graben von der Straße getrennt und keiner weiß warum es so lange dauert. So geht es einer Familie aus Holzen.

Holzen

, 17.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Absperrungen, ein aufgerissener Bordstein, der vor dem gesamten Grundstück verläuft, Behelfsbrücken, damit man überhaupt auf die andere Seite gelangt, daneben steht ein Bagger, so sieht es aus, wenn man aus dem Fenster bei Ehepaar Abächerli schaut.

Seit Ende Juni ist in der Straße Am Steinbach der Bordstein aufgerissen. Eine Maßnahme, die für einen Neubau, der an der Straße entsteht, notwendig ist. Es geht um Stromleitungen, wer aber für diese zuständig ist, war anscheinend lange nicht ganz klar.

Aus zwei Wochen wurden schon sieben

„Damals hatte uns ein Bauarbeiter gesagt, dass das höchstens zwei Wochen dauern würde. Jetzt sind es schon mehr als sieben“, sagt Claudia Abächerli. Es seien jeden Tag Arbeiter am Haus, aber am Graben vor der Haustür der Abächerlis passiere nichts.

„Zwei Wochen, damit waren wir einverstanden, aber mehr als sieben?“, sagt Klaus Abächerli. Ein Arbeiter habe gesagt, dass es wohl um die Hauptsicherung gehe und sich die Maßnahme deshalb verzögere, aber mehr weiß das Ehepaar nicht; nicht, was dort so lange dauert und auch nicht, wann die Maßnahme beendet sein soll.

Die Stromkabel liegen. Es könnte weiter gehen, tut es aber nicht.

Die Stromkabel liegen. Es könnte weiter gehen, tut es aber nicht. © Laura Schulz-Gahmen

Gegenüber an der Straße habe vor Kurzem ein Anhänger gestanden, direkt hinter der Kurve in der Nähe des Grundstücks des Ehepaars. Als Claudia Abächerli mit dem Wagen aus der eigenen Einfahrt fahren wollte, wurde es gefährlich. „Da zog einer mit dem Wagen dran vorbei und das wäre fast nicht gut gegangen“, erzählt Claudia Abächerli. „Fußgänger müssen ja auch über die Straße, es ist alles nicht schön“, sagt sie.

Stromkabel sind verlegt

Bei der Stadt nachgefragt, woran es liegen könnte, dass an dem offenen Graben vor der Haustür der Abächerlis kein Fortschritt zu sehen sei, wurde an die Stadtwerke Schwerte verwiesen.

Die Stromkabel liegen. Es könnte weiter gehen, tut es aber nicht.

Die Stromkabel liegen. Es könnte weiter gehen, tut es aber nicht. © Laura Schulz-Gahmen

Michaela Zorn-Koritzius von der Abteilung Unternehmenskommunikation der Stadtwerke antwortete: „Wir als Stadtwerke Schwerte haben in diesem Bereich Stromkabel verlegt, die bauseits vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe am Gebäude noch abzudichten sind. Erst, wenn diese Arbeiten erfolgt sind, können wir den Graben schließen und den ursprünglichen Zustand wieder herbei führen.“

Frage der Zuständigkeit

Thorsten Fechtner vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat volles Verständnis dafür, dass Anwohner wie die Abächerlis sich durch die anhaltende Beeinträchtigung gestört fühlen. Der Pressesprecher sagt: „Die Angelegenheit sollte längst erledigt sein.“ Dass sich die Baumaßnahme so lange hinziehe, läge an mehreren Faktoren, wie den Ferien und Fehlern in der Absprache zwischen den Stadtwerken und dem LWL.

Hier entsteht ein Seniorenwohnheim für Menschen mit psychischer Behinderung.

Hier entsteht ein Seniorenwohnheim für Menschen mit psychischer Behinderung. © Laura Schulz-Gahmen

Es sei unklar gewesen, wer für welche Maßnahme zuständig sei. Da es sich bei dem Neubau um ein Projekt des Bau- und Liegenschaftsverbandes und des LWL Psychiatrieverbandes handelt, sei die Abstimmung zwischen den Zuständigen wie Stadtwerken und LWL nicht so optimal gewesen.

Probleme in der Abstimmung

Auch rechtlich sei es oft schwierig einfach Arbeiten zu übernehmen: „Wir wollten gerne Arbeiten übernehmen, durften es aber aus rechtlicher Sicht nicht.“ Was von Seiten des LWL erfolgen konnte, sei bereits erledigt. Warum es nun nicht weitergehe, wusste auch Thorsten Fechtner nicht.

Also zurück zu den Stadtwerken: Eine erneute Anfrage der Redaktion wurde von Michaela Zorn-Koritzius wie folgt beantwortet: „Offensichtlich hat es Probleme in der Abstimmung gegeben, die wir jetzt zusammen mit dem Elektriker der LWL beheben möchten. Aus diesem Grund ist ein gemeinsamer Termin für die Abdichtungsarbeiten in Kalenderwoche 34 terminiert mit dem Ziel, dass in Kalenderwoche 35 die Arbeiten abgeschlossen sind und der Graben dann geschlossen ist.“ Das bedeutet, dass in dem Zeitraum vom 24. August bis zum 30. August, der Graben geschlossen sein soll.

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