Ohne Führerschein: 71-Jähriger muss ins Gefängnis

Vorstrafen seit den 80er-Jahren

Immer wieder ist ein 71-jähriger Schwerter ohne Führerschein gefahren - seit den 80er-Jahren. Als er im September das letzte Mal erwischt wurde, versuchte er noch die Polizei auszutricksen und tauschte mit seiner Beifahrerin die Plätze. Vergebens. Der Schwerter muss ins Gefängnis - und kriegt den Führerschein auch nie wieder zurück.

SCHWERTE

20.05.2015, 16:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sechs Monate Haft und eine lebenslange Führerscheinsperre hatte das Amtsgericht Schwerte dem 71-jährigen Blumenhändler aufgebrummt. Der Mann war mal wieder ohne Führerschein unterwegs gewesen – angeblich weil seine Mitarbeiterin Angst hatte, zu fahren. Vor dem Hagener Berufungsgericht hoffte der Mann darauf, dass seine Strafe in eine Bewährungsstrafe umgewandelt wird.

Laut dem 71-Jährigen hatte die eigentliche Fahrerin des Blumenhändlers Angst, durch eine komplizierte Baustelle zu fahren. Also „opferte“ sich ihr führerscheinloser Chef und fuhr den Weg zurück vom Wuppertaler Wochenmarkt nach Schwerte.

Fahrerwechsel auf dem Rastplatz

Unterwegs fiel das Gespann einer Autobahnstreife auf. Als die beiden merkten, dass ihnen die Polizei auf den Fersen war, fuhren sie schnell auf einen Rastplatz, um die Plätze zu tauschen. Doch die Polizei schnappte die beiden Schwerter.

Bei seinem Termin vor dem Schwerter Amtsgericht im Februar zeigte der 71-jährige Reue und räumte die Fahrt im September unumwunden ein. Aber die glaubhafte Reue und Zerknirschung halfen ihm angesichts seines prall gefüllten Vorstrafenregisters wenig: Seit den 80er Jahren war der Schwerter den Gerichten bestens bekannt als ein Mann, der immer wieder ohne Führerschein unterwegs war. Bereits mehrmals hatte er Bewährung bekommen und sie wieder verwirkt.

"Bitte seien Sie gnädig mit mir"

Verzweifelt legte der Mann dem Hagener Berufungsgericht dar, dass er seine Existenzgrundlage verliert, wenn er nun für ein halbes Jahr ins Gefängnis müsste. „Ich seh ja ein, dass Strafe sein muss. Aber bitte seien Sie gnädig mit mir!“ Jedoch auch der Hagener Richter sah keinerlei Spielraum für den Schwerter und verwarf die Berufung. "Wir sind keine Gnadenstelle. Wir sprechen hier Recht", so das Fazit des Richters. 

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