Prost mit Ergster Edelhell: Das Dorf hat erstmals ein eigenes Bier

rnWirtschaft in Schwerte

Es gab im Dorf mal eine Kornbrennerei. Aber eine Brauerei hatte Ergste nie. Doch das Warten auf ein eigenes Ergster Bier hat ein Ende. Die neuen „Ostermänner“ setzen damit eine neue Idee um.

Ergste

, 17.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man grüßt sich mit „Hallöchen“. Seine Hymne hat Ergste schon, wie weit über seine Grenzen hinaus bekannt ist. Jetzt gibt es etwas, was die Identifikation mit dem Ortsteil noch stärker festigt. Sozusagen Schluck für Schluck lässt sich die Heimatliebe bekennen. Und Genuss ist auch dabei.

Die ersten 40 Hektoliter kommen in den Verkauf

Davon kann sich jeder überzeugen, der das „Ergster Edelhell“, die neue Spezialität der Ostermann Braumanufaktur, im Glas schäumen lässt - oder direkt aus der Glasflasche trinkt. Rund 40 Hektoliter sind in einem ersten Sud gebraut worden.„Das ist ein ganz leckeres bayerisches helles Bier“, sagt Mitgründer und Geschäftsführer Michael Nehring, der es als einer der Wenigen bisher verkosten konnte.

Ab Samstag (18. Juni) ist es für alle zu haben. Von 10 bis 16 Uhr findet eine Art „Release-Party“ vor dem Edeka-Markt Patzer an der Letmather Straße statt. In Corona-Zeiten ist aber eine Verkostung vor Ort leider nicht möglich.

Aber vielleicht wird die Vorfreude ja noch größer, wenn man mit dem Öffnen der braunen Flaschen bis zu Hause warten muss.

Mit der Gründung der Ostermann Braumanufaktur haben (v.l.) Dr. Axel Brune, Jens Kan und Michael Nehring die Schwerter Brauerei-Tradition wiederbelebt.

Mit der Gründung der Ostermann Braumanufaktur haben (v.l.) Dr. Axel Brune, Jens Kan und Michael Nehring die Schwerter Brauerei-Tradition wiederbelebt. © Reinhard Schmitz

„Ein untergäriges Helles. Leuchtend goldene Farbe mit einer schneeweißen Schaumkrone. Frische florale Noten des Aromahopfens, vereint mit leicht karamelligem Malz, ergeben einen vollmundigen Geschmack, der an einen zarten Hauch von Honig erinnert“, so beschreibt Michael Nehring die neue Kreation mit einem Alkoholgehalt von 5 Prozent.

Sie bildet den Start zu einer Reihe von Heimatbieren, die die Verbundenheit mit dem jeweiligen Ortsteil vertiefen sollen. „Ich möchte, dass jeder Stadtteil sein Heimatbier bekommt“, sagt er. Es soll aber nicht nur Begleiter von Festen und Partys der jeweiligen Bewohner, von örtlichen Sportvereinen und Feuerwehren sein, sondern natürlich auch anderen Schwertern schmecken.

Der Sechser-Träger mit 0,33-Liter-Flaschen kostet 8,99 Euro.

Verbeugung vor dem Gründer der historischen Ostermann-Brauerei

Dass Ergste als erster der sieben Ortsteile mit seinem eigenen Heimatbier geadelt wird, hat seinen besonderen Grund. Es ist eine Verbeugung vor Wilhelm Ostermann, dem Gründer der vor 100 Jahren aufgelösten Ostermann-Brauerei an er Gasstraße. „Er war gebürtiger Ergster“, sagt Michael Nehring, der ebenfalls in dem Ortsteil zu Hause ist.

Mit zwei weiteren Gesellschaftern hat er zu Jahresbeginn die Schwerter Brautradition wieder aufleben lassen und die Ostermann Braumanufaktur gegründet.

Die Ostermann-Brauerei an der Gasstraße wurde vor 100 Jahren stillgelegt. Das Stadtarchiv hütet eine Werbeanzeige mit einer Ansicht der Gebäude.

Die Ostermann-Brauerei an der Gasstraße wurde vor 100 Jahren stillgelegt. Das Stadtarchiv hütet eine Werbeanzeige mit einer Ansicht der Gebäude. © Reinhard Schmitz (Repro)

Als erstes brachten die neuen „Ostermänner“ im Februar das „Ostermann Urtyp“ auf den Markt. In aufwendiger Recherche war dazu das Originalrezept von Wilhelm Ostermann rekonstruiert worden.

Gebraut wird erst einmal bei feinen Privatbrauereien, das Ergster Edelhell beispielsweise im Hochsauerland. Mittel- bis langfristig könnte sogar wieder ein eigenes Brauhaus in Schwerte entstehen.

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