Plastik-Gorilla: Was darf eigentlich alles auf ein Autodach?

rnLadungssicherung

Ein Plastik-Gorilla dreht auf einem Autodach seine Runden durch Schwerte. Ist das erlaubt? Worauf muss man bei Dachladungen achten? Und was für Strafen können drohen? Wir haben nachgefragt.

Schwerte

, 16.01.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der rote Opel Agila von Gerhard Rettig sorgt für Aufsehen, wenn er seine Runden durch Schwerte dreht. Das liegt freilich nicht am Auto selbst, sondern an einem kindsgroßen Plastik-Gorilla, der auf dem Autodach befestigt ist.

Bald will Rettig die Figur nach eigener Auskunft durch eine noch größere Version mit der Statur eines erwachsenen Menschen ersetzen. Darf er das? Was darf man überhaupt auf einem Autodach befestigen und worauf muss man dabei achten?

Wir haben beim ADAC und der Polizei nachgefragt.

? Was darf alles auf einem Autodach befestigt werden?

Eine genaue Regelung zu Formen der Dachbeladung gibt es im Gesetzestext nicht. Vom Fahrradträger über Boxen zum Verstauen bis hin zu einer Gorilla-Figur ist im Prinzip alles erlaubt.
Allerdings muss der Halter des PKWs verschiedene Vorgaben zu Maßen, Gewicht und Sicherung der Ladung beachten, die in §22 der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt sind. „Fahrzeug und Ladung dürfen zusammen nicht breiter als 2,55 Meter und nicht höher als 4,00 Meter sein“, steht etwa darin. Bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen gelten andere Vorgaben.
Tobias Scheffel, Pressesprecher des ADAC, warnt allerdings vor Ablenkung anderer Verkehrsteilnehmer: „Dass durch den Affen auf dem Autodach etwas Schlimmes passiert ist, natürlich unwahrscheinlich. Trotzdem ist eine kurze Ablenkung gegeben.“

? Worauf muss man dabei achten?

Laut StVO muss die Ladung so gesichert sein sein, dass sie bei einer Vollbremsung oder einer plötzlichen Ausweichbewegung nicht verrutscht.
Nach hinten darf die Ladung nicht über 1.50 Meter herausragen, nach vorne nicht über 50 Zentimenter.
Zudem ist die zulässige Dachlast einzuhalten, die von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlich sein kann.

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? Was droht bei einem Verstoß?

Die StVO sieht Bußgelder von bis zu 100 Euro und einem Punkt in Flensburg bei ungenügender oder gar fehlender Ladungssicherung vor.
Verstaut man die Ladung auf dem Autodach nicht verkehrssicher, wird ein Bußgeld von 35 Euro fällig.
Gefährdet man dadurch andere Verkehrsteilnehmer, muss man mit 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Kommt es zu einem Unfall, beträgt das Bußgeld 75 Euro plus einen Punkt im Verkehrszentralregister.
Wer gegen die Vorgaben zu den Maßen der Ladung verstößt, zahlt 60 Euro und bekommt einen Punkt.

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