Pleiten, Pech und Pannen begleiten den Neubau der Fußgängerbrücke am Freischütz

rnAusbau B236

Zu einem Possenspiel wird der Bau des Übergangs, der eigentlich längst fertig sein sollte. Schon nach kurzer Zeit kündigte die Deges der ausführenden Firma die Zusammenarbeit.

Schwerte

, 20.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Absolut nichts aus dem Fertigteil-Baukasten. Nein, ein ästhetisches Meisterstück schwebte den Planern für den Übergang über die B236 vor Augen. Bis auf ein abgeholztes Baufeld ist von der Pleiten-Brücke am Freischütz aber immer noch nicht viel zu sehen.

Und die Posse mit der nagelneuen Betonrampe, die an der abrissreifen Vorgängerin gegossen wurde (und sofort wieder gesperrt wurde), setzte der Pannenfolge jetzt noch eine zusätzliche Krone auf.

Pleiten, Pech und Pannen begleiten den Neubau der Fußgängerbrücke am Freischütz

Bislang letzte Posse ist die Betonrampe, die noch an die abrissreife alte Fußgängerbrücke gebaut wurde - und eigentlich sofort gesperrt wurde. © Reinhard Schmitz

Rückblick: Den historischen Freischützssaal hatten die Verantwortlichen der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) im Oktober 2017 eigens gemietet, um den Schwertern ihr Vorhaben für den vierspurigen Ausbau der B236 von dem Waldrestaurant bis zur Autobahnauffahrt vorzustellen.

Viele Pläne bekamen die rund 300 erwartungsfrohen Interessieren allerdings nicht zu sehen. Als einzige wirklich anschauliche Zeichnung wurde eine Visualisierung der künftigen Fußgängerbrücke auf die Leinwand geworfen. Sie sollte den bisherigen Übergang ersetzen, der nicht breit genug ist, um unten eine vierspurige Straßen hindurchzuführen.

Geschwungenes Bauwerk mit 34 Metern Länge

Beim Entwurf waren die Planer nicht knauserig gewesen und hatten für eine schicke Optik eigens einen Architekten mit ins Boot geholt. Nicht auf dem kürzesten, rechtwinkligen Wege, sondern als geschwungenes Bauwerk sollte die Brücke die Hörder Straße überspannen.

34 Meter lang und mit zwei weit ausschwingenden Aufgangsrampen an den Enden. Während die Widerlager an den Seiten aus Stahlbeton gegossen werden sollten, war der eigentliche Überbau als Stahlkonstruktion geplant. Der Verzicht auf einen Mittelpfeiler hatte allerdings einen praktischen Grund: Er wäre bei einem Unfall ein gefährliches Hindernis gewesen.

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Deges kündigt dem Brückenbauer die Zusammenarbeit

Im Frühjahr 2018 - so wurde damals verkündet - sollte der Brückenbau als Start der gesamten B236-Maßnahme beginnen. Ein Zeitplan, der sich als zu ambitioniert erweisen sollte.

Erfolgreich in die Schaufel griffen eigentlich nur NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und weitere Offizielle im August beim symbolischen ersten Spatenstich. Kaum begann zaghaft der Brückenbau, da wurde er schon wieder gestoppt. Die in Arbeit befindlichen Fundamente - so hieß es damals vonseiten der Deges - seien nicht in der Lage, die ausladende Brücke zuverlässig zu tragen. Ende Oktober kündigte man dem Brückenbauer, den man per europaweiter Ausschreibung gefunden hatte, endgültig die Zusammenarbeit.

Jetzt sollte die Fußgängerbrücke zusammen mit dem Straßenausbau neu ausgeschrieben werden. Der Baubeginn wurde auf den Sommer 2019 verschoben. Nach aktuellem Stand ist er „noch in diesem Jahr“ vorgesehen. Wetten, dass...???

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