Weil er ohne Führerschein und Kennzeichen mit einem Quad unterwegs war, musste sich nun ein Schwerter vor Gericht verantworten. (Symbolfoto) © picture alliance/dpa
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Polizei stoppt Schwerter (37): Quad-Tour ohne Führerschein und Kennzeichen

Ein Schwerter repariert ein Quad und macht eine Probefahrt. Auf der Beckestraße wird die Polizei auf ihn aufmerksam und stoppt den 37-Jährigen. Jetzt soll der Mann für zwei Monate ins Gefängnis.

Nachdem ein 37 Jahre alter Mann aus Schwerte seinen Job verliert, sucht er immer wieder nach Möglichkeiten, an Geld zu gelangen. Da kommt ihm das Angebot, ein kaputtes Quad zu erwerben, zu reparieren und anschließend zu verkaufen, gerade recht. Also schlägt er zu und macht sich an die Reparatur.

Quad-Probefahrt ohne Kennzeichen

Am 22. Juli, es ist etwa 19 Uhr, unternimmt der Schwerter eine Probefahrt mit dem Quad. Auf der Beckestraße, beim Abbiegen auf den Hölzernen Weg, werden Polizisten auf die Spritztour aufmerksam. Der Grund: Das Quad hat kein Kennzeichen. Die Beamten stoppen den 37-Jährigen und stellen schnell fest, dass er keine Fahrerlaubnis hat.

Für den Mann ist es nicht das erste Mal, dass er mit dem Gesetz in Konflikt gerät, wie 15 Eintragungen in seinem Vorstrafenregister zeigen. Mehrfach war er wegen Diebstahls, Hausfriedensbruchs und auch wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis aufgefallen und verurteilt worden. Fünf Jahre und drei Monate verbrachte der Schwerter bislang hinter Gittern.

Haftstrafe und Führerscheinsperre

Erst im Mai war er aus dem Gefängnis entlassen worden. Mitte Juli beging er dann die aktuelle Tat. Im Amtsgericht Schwerte versuchte der 37-Jährige die Fahrt mit dem Quad herunterzuspielen: „Das war keine große Sache.“ Die Richterin hielt dagegen: „Für Sie ist das vielleicht keine große Sache, aber Fahren ohne Fahrerlaubnis ist eine Straftat.“

„Sehr viel auffälliger kann man sich nicht verhalten. Mir fehlen die Worte“, brachte es die Vertreterin der Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer auf den Punkt. Aufgrund der vielen Vorstrafen forderte sie eine zweimonatige Haftstrafe ohne Bewährung und zwei Jahre Sperre zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis. Dem schloss sich die Richterin an.

Da der Mann derzeit arbeitslos ist und keine positive Prognose gestellt werden könnte, gäbe es aus ihrer Sicht auch keinen Raum für eine weitere Bewährung, so die Vorsitzende. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte erklärte, darüber nachdenken zu wollen, ein Rechtsmittel einzulegen und dadurch in die zweite Instanz zu gehen. Eine Woche hat er für seine Überlegungen Zeit.

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