Mord in Ergste: Michael S. sprach mit Staatsanwalt über den Tag der Tat - aber...

rnMord an Frau aus Ergste (72)

Wann beginnt der Prozess gegen Michael S. (51)? Rechnet das Gericht mit vielen Zuschauern, wenn er sich wegen Mordes an einer Frau aus Ergste (72) verantworten muss? Jetzt gibt es Antworten.

Schwerte

, 14.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Angeklagte schweigt? Naja, das sei nicht ganz richtig, heißt es beim Landgericht in Hagen. Michael S., der wegen Mordes und sexueller Nötigung 29 Jahre lang in unterschiedlichen Gefängnissen saß und dem vorgeworfen wird, am 9. Januar eine Frau aus Schwerte-Ergste (72) ermordet zu haben, rede schon. Er gehe auch schon auf das ein, was in der Anklage stehe, gibt Bernhard Kuchler zu verstehen, der Sprecher des Hagener Landgerichts.

Michael S. habe geschildert, wie er den 9. Januar 2019 verbracht habe. Nur: „Die Tat kam in dieser Darstellung eben nicht vor“, so Kuchler.

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Prozess gegen Michael S. soll am Donnerstag, 4. Juli, beginnen

Doch egal, ob mit geständigem Angeklagten oder einem, der die Tat bestreitet - der Terminplan für den Prozess steht: Voraussichtlich Anfang Juli wird Michael S. vor Gericht stehen. Genauer: Angedacht ist ein Auftakt am Donnerstag, 4. Juli. Die Ladungen an die Prozessbeteiligten seien allerdings noch nicht raus, hieß es am Montag.

Der Vorwurf gegen Michael S.: Der 51-Jährige, der erst im Herbst nach einem erneuten Gutachten aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Schwerte freigelassen wurde, soll wenige Monate später einen weiteren Mord begangen haben.

Allein das hätte schon für große Aufmerksamkeit gesorgt.

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Facebook-Video von der Festnahme wurde 44.000 Mal abgespielt

Hinzu kam der Rummel um die Festnahme vier Tage nach der Tat. Michael S. war gerade live bei Facebook, als ein Sondereinsatzkommando der Polizei seine Wohnung in Schwerte stürmte. Er filmte also die eigene Festnahme - und das zweistündige Video ist auch nach vier Monaten noch öffentlich abrufbar. Es wurde mehr als 44.000 Mal abgespielt und von 171 Personen durch Teilen weiter verbreitet.

Und dann steht weiterhin die Vermutung im Raum, das Motiv für die Mord an der 72-Jährigen könnte sexueller Natur sein.

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Sprecher des Landgerichts: Im Schwurgerichtssaal ist genügend Platz

Alles andere als ein alltäglicher Prozess also. Und dementsprechend bereitet sich das Landgericht in Hagen auch auf ein großes öffentliches Interesse vor: Auf Kamerateams und viele Journalisten ebenso wie auf Zuschauer.

Allerdings sei man da relativ entspannt, hieß es vom Landgericht. Man habe ja größere Säle - und vermutlich werde dieser Prozess im Schwurgerichtssaal verhandelt, der vielen Zuschauern Platz biete. Dennoch könne es sein, dass er vor der Verhandlung darum bitte, dass Zuschauer sich anmelden, so Gerichtssprecher Kuchler.

Muss es spezielle Sicherheitsmaßnahmen geben? Auch das ist Thema am Landgericht. Erste Tendenz der Verantwortlichen: eher nicht. Das sei eher bei Prozessen gegen Rocker und Banden der Fall - nicht aber beim Prozess gegen Michael S.

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