Prozess nach Unfall: Zeugen werden zum Problem

Auf dem Rosenweg in Schwerte

Eine Zeugin hatte angeblich nichts gesehen, andere kamen gar nicht - da brach der Richter die Verhandlungen in Hagen am Montag erst einmal ab. Vor Gericht steht ein Autofahrer, der im Mai 2014 auf dem Rosenweg in Schwerte einen Radler lebensgefährlich verletzt haben und dann einfach abgehauen sein soll.

SCHWERTE

19.10.2015, 19:05 Uhr / Lesedauer: 1 min
Prozess nach Unfall: Zeugen werden zum Problem

Bei dem Unfall im Mai 2014 auf dem Rosenweg war ein Radfahrer lebensgefährlich verletzt worden.

Ein schwerer Unfall, der sich am 19. Mai 2014 auf dem Rosenweg in Schwerte ereignet hatte, sollte am Montag vor dem Hagener Schöffengericht verhandelt werden. Aber kaum hatte der Prozess begonnen, brach der Richter die Verhandlung schon ab: Zwei Zeugen fehlten – eine davon unentschuldigt. Eine andere Zeugin tauchte zwar auf, hatte aber nichts gesehen.

"Mein Gott! Der ist ja tot!"

„So kommen wir heute nicht weiter“, lautete das Fazit des Richters, nachdem er die Zeugin gehört hatte, die gar keine war. Dabei hatten sich die Verfahrensbeteiligten erhofft, die vermeintliche Augenzeugin könnte dazu beitragen, den schweren Unfall aufzuklären.

Auf der Anklagebank saß ein 50-jähriger Schwerter, der einen abbiegenden Radfahrer nicht beachtet und gerammt haben soll. „Mein Gott! Der ist ja tot!“, soll er gerufen und wieder ins Auto gesprungen sein. Dann gab er Gas und verließ den Unfallort, so die Anklage. Um den Verunglückten kümmerten sich offenbar jene Zeugen, die am Montag nicht vor Gericht erschienen.

Opfer ist seit dem Unfall halbseitig gelähmt

Das Opfer erlitt schwere Kopfverletzungen, ist seitdem Unfall halbseitig gelähmt. Der mehrfach wegen Verkehrsdelikten auffällig gewordene Angeklagte gab zu, ohne Führerschein unterwegs gewesen und „abgehauen“ zu sein: „Es ist passiert. Was soll ich sagen?“, fragte der Schwerter, der sich selbst am meisten zu bedauern schien. 

Er erklärte: „Er ist mir in die Seite gefahren.“ Das wollte der Richter abklären. Ohne brauchbare Zeugen konnte das Verfahren nicht weitergeführt werden. Es soll aber in den nächsten Wochen wieder aufgenommen werden. 

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