Radler schwer verletzt: Geldstrafe nach Horror-Unfall

Schöffengericht Hagen

Halbseitig gelähmt und ein Pflegefall ist ein Radfahrer seit dem Unfall mit einem Autofahrer aus Schwerte. Der war ohne Führerschein gefahren und ist im Mai 2014 mit dem Radler zusammengestoßen. Nun hat das Schöffengericht in Hagen ein Urteil gesprochen. Und das dürfte viele Prozessbeobachter überrascht haben - sowie den Angeklagten selbst.

SCHWERTE/HAGEN

26.11.2015, 15:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Radler schwer verletzt: Geldstrafe nach Horror-Unfall

Ein Bild von dem Unfall am Rosenweg: An einem Zebrastreifen wurde der Radfahrer angefahren und verletzt.

Aufatmen bei einem 51-jährigen Mann aus Schwerte: Anderthalb Jahre nach einem schlimmen Verkehrsunfall, bei dem er auf der Rosenweg einen Radfahrer schwer verletzt hatte, ist der Angeklagte am Donnerstag nur zu einer Geldstrafe von 1350 Euro (90 Tagessätze) verurteilt worden. Das Schöffengericht in Hagen ist sicher: Der Radfahrer selbst trägt die Hauptschuld an dem Zusammenstoß.

Der 19. Mai 2014 war ein sonniger Tag. Der Angeklagte wollte schwimmen gehen und brauchte dafür noch eine neue Badehose. „Da bin ich losgefahren“, sagte der Schwerter geknickt vor Gericht. Er wusste nämlich genau, dass er damals schon lange keinen Führerschein mehr besaß.

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Auf dem Rosenweg kam es dann zum Unglück. Ein Radfahrer, der zuvor parallel zur Straße auf dem Radweg gefahren war, schwenkte an einem Zebrastreifen plötzlich nach links, um die Straße zu überqueren. Der Angeklagte hatte wohl keine Chance mehr, auszuweichen. Das haben mehrere Augenzeugen bestätigt. Er selbst weiß nur noch: „Ich konnte nichts machen, er war plötzlich da.“

Die schweren Folgen des Unfalls

Bei dem Zusammenstoß erlitt der Radfahrer schwere Kopfverletzungen. Monatelang lag er anschließend im Koma. Seitdem ist er halbseitig gelähmt und ein Pflegefall. „Er braucht 24 Stunden am Tag fremde Hilfe“, sagte seine Tochter im Prozess.

Der Angeklagte dachte damals, er hätte sogar noch viel Schlimmeres angerichtet. Nachdem er ausgestiegen war, sagte er laut: „Mein Gott, der ist tot.“ Dann machte er seinen zweiten Fehler, indem er sich wieder ins Auto setzte und abhaute. Das Gericht bestrafte ihn deshalb am Donnerstag wegen Fahrens ohne Führerschein und Unfallflucht.

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