Raupen-Bilanz von Straßen NRW gilt nicht für Schwerte

rnEichenprozessionsspinner

90 Prozent weniger Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr. Das hat jetzt der Betrieb Straßen NRW gemeldet. Dieser frohen Botschaft widerspricht allerdings der Schwerter Baubetriebshof.

Schwerte

, 01.11.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Landesbetrieb Straßen NRW ist für die Pflege von Autobahnen und Bundestraßen in Nordrhein-Westfalen zuständig. An deren Rändern stehen ziemlich viele Bäume und Büsche. Deshalb ist Straßen NRW auch eine Art Forstbetrieb.

Jetzt hat Straßen NRW für seinen Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner auf Landesebene Bilanz gezogen und meldet stolz: „Durchschnittlich 70 bis 90 Prozent weniger Nester des Eichenprozessionsspinners haben die Straßen- und Autobahnmeistereien verzeichnet.“

Erstmals Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt

Diesen Erfolg führt Straßen-NRW-Direktor Dr. Sascha Kaiser laut einer Pressemitteilung auf den erstmaligen Einsatz eines Biozids, eines Schädlingsbekämpfungsmittels zurück. Der Wirkstoff, den das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis produziert und der für Mensch und Tier ungefährlich sein soll, wurde mehrfach eingesetzt.

Das Gift wurde mit großen Turbinen-Spritzen schon zu einen Zeitpunkt ausgebracht, als sich die Raupen in einem frühen Larvenstadium befanden. Der Wirkstoff setzt sich an den Blättern der Eiche fest, wird von der Raupe gefressen und wird der Beschreibung nach erst im Magen der Raupe wirksam.

In Schwerte gab es mehr befallene Bäume

Einen vergleichbaren Erfolg kann der städtische Baubetriebshof in Schwerte nicht vermelden. Im Gegenteil. Auf Anfrage dieser Redaktion meldet ein Stadtsprecher, dass in diesem Jahr sogar mehr befallenen Bäume als im Jahr 2019 gemeldet wurden.

2019 gab es vor allem am Westhellweg gefallene Bäume, in diesem Jahr gab es zudem Fälle an der Ruhr. Werden die Raupen des Eichenprozessionsspinner entdeckt, reagiert der Baubetriebshof mit dem Absaugen der Raupen.

Für Straßen NRW geht es auch um den Schutz der Mitarbeiter

Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen des Eichenprozessionsspinners für den Menschen gefährliche Brennhaare aus. In großen Nestern hängen die Raupen dann an den Eichen, dem bevorzugten Wirtsbaum der Spinner.

Straßen NRW muss diesen Befall bekämpfen, weil die Bäume in der Regel in der Nähe von Straßen stehen. Doch es geht nicht nur um die Nutzer der Straßen. Es geht auch um den Schutz der Mitarbeiter von Straßen NRW.

Denn die Brennhaare bleiben gefährlich, selbst wenn die Raupe längst weg ist. Eine Altraupe besitzt bis zu 700.000 Brennhaare, die noch lange am Boden liegen und bei Arbeiten immer wieder aufgewirbelt werden.

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Auch für Straßen NRW war Schwerte keine gutes Pflaster im Kampf gegen die Raupen des Falters. Im August musste die Verbindung von der A1 aus Köln kommend auf die A45 in Richtung Dortmund im Westhofener Kreuz für Stunden gesperrt werden – wegen des Eichenprozessionsspinners.

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