Behördliche Auflagen bremsen Gäste: „Carlos“ muss Konsequenzen ziehen

rnCoronakrise in Schwerte

Endlich wieder essen gehen. Danach sehnten sich viele, als die Restaurants nach der Corona-Zwangspause wieder öffnen durften. Auch Carlos, der Pirat war dabei, um die Nachfrage zu testen.

03.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor zwei Wochen öffnete „Carlos, der Pirat“ nach langer Corona-Zwangspause wieder sein Segelschiff im früheren Kreinberg an der Lichtendorfer Straße. Mit allen Vorsichtsmaßnahmen, die derzeit für den Betrieb eines Restaurants gefordert sind. Es sollte ein Testlauf sein, wie stark auch die Gäste wieder zurückkehren würden. Der erste Abend machte Mut. Alle 160 Plätze, die wegen der Abstandsregeln genutzt werden dürfen, waren schon im Voraus ausverkauft. Aber dann?

Vorerst öffnet Carlos nur noch von Freitag bis Sonntag

„Dienstags bis donnerstags war es doch sehr ruhig“, musste Inhaber Carlos Couto feststellen. Die behördlichen Beschränkungen und auch wohl die Angst vor einem Aufenthalt in der Öffentlichkeit ließen die Gäste noch zögern. Die Nachfrage unter der Woche reichte nicht: „Wir machen nur 50 Prozent - wenn überhaupt.“ Als Konsequenz öffnet Carlos bis auf Weiteres nur am Wochenende, also freitags, samstags und sonntags ab 17 Uhr.

„Carlos, der Pirat" hat nach über zweimonatiger Corona-Zwangspause seit dem 19. Mai wieder geöffnet. Schon vor dem Eingang werden die Gäste durch Aufkleber auf dem Fußboden auf die Einhaltung der Abstandsregeln hingewiesen.

„Carlos, der Pirat" hat nach über zweimonatiger Corona-Zwangspause seit dem 19. Mai wieder geöffnet. Schon vor dem Eingang werden die Gäste durch Aufkleber auf dem Fußboden auf die Einhaltung der Abstandsregeln hingewiesen. © Reinhard Schmitz

Diese Maßnahme solle auch dem Personal ermöglichen, einigermaßen über die Runden zu kommen. Um die Existenz seines Betriebs zu sichern, übt der Chef auch selbst Verzicht: „Es ist schon der dritte Monat, wo ich kein Gehalt kriege.“ Die Familie greife ihm unter die Arme, der Kühlschrank sei voll. Wie manche Großunternehmen an der Miete zu knausern, ist für den Kult-Gastronomen keine Alternative. Die müsse auf jeden Fall gezahlt werden. Das hätten die Vermieter so verdient.

Die vielen behördlichen Auflagen verändern das Flair

Die Zurückhaltung der Gäste hat nach den Beobachtungen von Carlos Couto auch damit zu tun, dass der Besuch seines Erlebnis-Restaurants derzeit nicht so sein kann wie gewohnt. Das Flair ist durch die vielen Auflagen anders. Nicht nur, dass man sich nicht wie gewohnt in den Arm nehmen darf. „Ich kann mich auch nicht zu den Leuten an den Tisch setzen“, sagt der Inhaber. Es falle ihm schwer, auf seinem Stuhl zu bleiben: „Du kannst keinem die Hand geben.“

Tischbestellungen sind aber jederzeit möglich

Am Sonntag wurden die Beschränkungen wenigstens so weit gelockert, dass Zehnergruppen erlaubt waren. Endlich wieder zusammen ausgehen - das machte sich sofort in den Besucherzahlen positiv bemerkbar. „Wir müssen weiterkämpfen und zusammenhalten“, gibt Carlos Couto die Devise aus. Wenn die Nachfrage steige, dann werde er sofort handeln und auch wieder unter der Woche öffnen.

Bis dahin bleibt es in allen seinen drei Restaurants - also auch in Dortmund-Benninghofen und Lünen - beim Wochenendbetrieb freitags bis sonntags. Tische dafür können aber auch an den übrigen Tagen bestellt werden. Die Telefone (in Schwerte: Tel. 9115678) sind auf die Handys der Geschäftsführer weitergeschaltet, die zu Hause die Terminbücher griffbereit haben.

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