Rohrmeisterei plant ein Hotel auf dem eigenem Gelände

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Die Hotelpläne am Freischütz sind Geschichte, die am Mühlenstrang auch. Doch jetzt gibt es einen neuen Vorstoß. Der fußt auf einem alten Plan, und das Hotel heißt auch nicht Hotel.

Schwerte

, 06.11.2018, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es war 2011, als die Studenten von fünf Universitäten in einer Sommerakademie Ideen für die Rohrmeisterei und die Stadt entwickelten. Im Mittelpunkt der Pläne stand dabei auch ein Gästehaus. Das kehrt jetzt wieder in die Öffentlichkeit zurück.

Der Kuratoriumsvorsitzende der Bürgerstiftung, Philipp Halbach, Stiftungsvorstand Tobias Bäcker und Bürgermeister Dimitrios Axourgos stellten am Dienstagvormittag die Pläne vor. Die sind allerdings zur Zeit noch eher vage.

Haus mit bis zu 60 Betten ist möglich

Ein Haus mit bis zu 60 Betten könne man auf dem Gelände westlich der Rohrmeisterei ansiedeln. Dort stehen derzeit die beiden Häuser, in denen die Senfmühle und Lenne-Ruhr Kanutours untergebracht sind. „Wir haben mit den beiden Mietern gesprochen“, erklärte Tobias Bäcker. Die wolle man auf jedem Fall auf dem Gelände halten.

Bislang gibt es ohnehin nur Überlegungen, mit denen man jetzt in einem frühen Stadium in die Öffentlichkeit gehen wollte. „Man kann an die Häuser anbauen, die Häuser umbauen oder neu bauen“, so Bäcker. Es gebe bei allen Varianten Vor- und Nachteile. Derzeit würden mehrere Varianten entwickelt und geprüft.

Begriff Gästehaus stammt noch aus den Workshops

Auch wenn man bei dem Begriff Gästehaus, der noch aus den Workshoptagen stammt, bleiben will, eigentlich handelt es sich um ein Hotel, das da entstehen soll. So sieht es auch Bürgermeister Dimitrios Axourgos, der auch im Kuratorium der Bürgerstiftung vertreten ist. „Das Umfeld der Rohrmeisterei ist ein idealer Standort für ein Hotel“, erklärte er. Das würde auch die touristischen Pläne der Stadt vorantreiben. Und Kuratoriums-Vorsitzender Halbach ergänzte: „Als jemand, der häufig Gäste in Schwerte unterbringen muss, weiß ich, dass die Stadt da nicht optimal aufgestellt ist.“

In einer Medienmitteilung listet die Rohrmeisterei die Vorteile des neuen Projekts auf: Es verbessere die Eingangssituation zum Parkplatz, stärke den Tourismus, indem es Betten für Rad-Touristen anbiete, ermögliche der Rohrmeisterei, Workshop-Projekte mit Übernachtung anzubieten und schaffe Arbeitsplätze.

Erste Gespräche mit der Stadtverwaltung

Bereits in der vergangenen Woche fanden erste Gespräche mit der Verwaltung statt. Allerdings ist es noch ein langer Weg bis zu konkreten Plänen oder gar einer Umsetzung. Dennoch wolle man jetzt bereits die Öffentlichkeit einbinden, so Bäcker.

Dass dies Sinn macht, musste die Stadt erfahren, die 2016 einen Weg vom Wuckenhof zur Rohrmeisterei bauen wollte und letztlich vor den Beschwerden der Nachbarn kapitulierte. Doch Bäcker ist sich sicher, dass ein Gästehaus sogar Vorteile für die Nachbarn bieten würde. Das Gebäude könnte als Riegel zusätzlichen Lärmschutz für die Nachbarn in Richtung Westen bieten, argumentiert er. Und die notwendigen Parkplätze werde man auf dem eigenen Gelände schaffen. „Hotelgäste fahren in der Regel auch nicht um drei Uhr nachts nach Hause“, so Bäcker.

Zimmer sollen Künstlern gewidmet werden

Und die Rohrmeisterei wäre nicht die Rohrmeisterei, wenn man nicht das Ganze dann auch gleich mit dem Thema Kultur verbinden würde. So sollen die einzelnen Zimmer im Gästehaus Künstlern und Literaten gewidmet werden und zusätzlicher Raum für Ausstellungen geschaffen werden. Den Betrieb will die Rohrmeisterei selber übernehmen, möglichst als gemeinnützige Betriebsform mit integrativen Arbeitsplätzen.

Förderungen erwartet man vom Land. Das Geld, das bereits für das Integrative Handlungskonzept der Stadt bewilligt sei, enthalte auch einen Topf für gemeinnützige Zwecke. Dieses Budget könne man für das Projekt einsetzen. Den Eigenanteil der Stadt will die Bürgerstiftung übernehmen, sodass die Stadt kein finanzielles Risiko eingeht.

Projekt nur Im Konsens umsetzen

„Unser Ziel ist es, das Vorhaben im Sinne der Stadt Schwerte im politischen Konsens zur Stärkung der Innenstadt zu entwickeln“, heißt es in der Presseerklärung abschließend.

Warum man jetzt auf die ja schon sieben Jahre alten Ideen zurückgreife, antwortet Tobias Bäcker: „Es gab ja in der jüngeren Vergangenheit einige Vorstöße für ein Hotel von anderen.“ Die sind offensichtlich aus Sicht der Stadt und der Bürgerstiftung vom Tisch, sodass man wieder den eigenen Plan eines „Gästehauses“ an der Rohrmeisterei verfolgt.

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