Bürgermeister Dimitrios Axourgos (l.) im Interview mit Heiko Mühlbauer. © Jörg Bauerfeld
Bundestagswahl 2021

Rot und Grün sind Gewinner am Wahlsonntag in Schwerte – Bürgermeister zufrieden mit Wahlbeteiligung

Den Grünen hatte Bürgermeister Dimitrios Axourgos bereits um 19.30 Uhr ein starkes Wahlergebnis in Schwerte attestiert. So kam es dann auch. Die SPD konnte zufrieden sein, die CDU weniger.

Am Ende war es keine große Überraschung: Oliver Kaczmarek (SPD) holte am Sonntag (26.9.) zum vierten Mal in Folge das Direktmandat im Wahlkreis Unna I. Auch in Schwerte lag er deutlich vorn. Das zeichnete sich am Abend bereits nach den ersten ausgezählten Wahlbezirken ab und bestätigte sich nach Auszählung der insgesamt zehn Briefwahlbezirke in Schwerte.

So konnte Bürgermeister Dimitrios Axourgos – selbst Sozialdemokrat – am Sonntagabend im Interview mit unserer Redaktion auch nicht das Wahlergebnis als die Auffälligkeit des Wahlabends herausstellen. „Die Auffälligkeit ist, dass wir tatsächlich eine hohe Wahlbeteiligung haben“, sagte er stattdessen, schätzte sodann, dass man durchaus an die 80 Prozent herankommen könnte.

Im Vorfeld hatte man angesichts der hohen Beteiligung vor allem die Wahlvorstände für die Briefwahlbezirke aufgestockt, da man andernfalls „zeitlich nach hinten gerutscht“ wäre, sagte Axourgos, der an diesem Abend als Wahlleiter fungierte.

340 Helferinnen und Helfer seien insgesamt bei der Bundestagswahl 2021 in Schwerte im Einsatz gewesen, 70 allein im Rathaus. Dort konnte wegen Corona nach der Kommunalwahl 2020 wieder keine Wahlparty stattfinden. „Es ist natürlich schade, dass wir keine Wahlparty machen können“, sagte Axourgos. „Die Stimmung kommt natürlich nicht so auf.“ Stattdessen sei man aber konzentriert bei der Sache, um möglichst schnell, aber auch akkurat die Stimmen auszuzählen.

SPD: „Besser noch als das Kommunalwahlergebnis“

Um 22 Uhr war das dann geschehen. Die SPD, die am Sonntag auf der Heide feierte, zeigte sich mehr als zufrieden, hatte sie doch zum ersten Mal überhaupt alle Städte im Kreis für sich gewinnen können. 37,94 Prozent der Erststimmen holte Oliver Kaczmarek in Schwerte, bei den Zweitstimmen kam man in der Ruhrstadt auf 33,58 Prozent.

Damit spiegelte das Ergebnis das des gesamten Wahlkreises wider, wobei Kaczmarek bei den Erststimmen im gesamten Wahlkreis sogar die 40-Prozent-Marke knackte.

„In Schwerte haben wir insgesamt ein hervorragendes Ergebnis erzielt“, sagte die Schwerter SPD-Vorsitzende Sigrid Reihs. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

„In Schwerte haben wir insgesamt ein hervorragendes Ergebnis erzielt“, sagte die Schwerter SPD-Vorsitzende Sigrid Reihs – „besser noch als das Kommunalwahlergebnis“.

CDU: „Als Volkspartei hat man einen anderen Anspruch“

Weniger erfolgreich war die CDU, die ihr Quartier am Sonntagabend direkt neben dem Rathaus in der gleichnamigen Gaststätte aufgeschlagen hatte. „Wer von 32 Prozent kommt und jetzt irgendwo bei 25 Prozent liegt, ist natürlich nicht besonders glücklich“, sagte Hubert Hüppe, der als Direktkandidat für die Christdemokraten ins Rennen gegangen war. „Als Volkspartei hat man einen anderen Anspruch, mindestens 30 Prozent hätte ich mir gewünscht.“

Letztlich kam er in Schwerte auf 26,97 Prozent der Erststimmen, bei den Zweitstimmen lag die Partei in Schwerte bei 22,78 Prozent.

„Als Volkspartei hat man einen anderen Anspruch, mindestens 30 Prozent hätte ich mir gewünscht", sagte Hubert Hüppe, der für die CDU als Direktkandidat ins Rennen gegangen war. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

„Ich habe vielleicht den engagiertesten Wahlkampf geführt, den ich je geführt habe“, sagte Hüppe, der von 1991 bis 2009 und von 2012 bis 2017 dem Bundestag angehörte, im Interview vor der Gaststätte zum Rathaus. Gleiches gilt wohl auch für Armin Laschet (CDU). Am Ende konnte er nach den katastrophalen Wahlprognosen der vergangenen Wochen zumindest aufholen.

Mit Armin Laschet als Kanzlerkandidat, das sagte am Sonntag der Schwerter CDU-Parteichef Sascha Enders, habe man doch noch ein beachtliches Ergebnis hingelegt. So richtig zufrieden aber konnte man nicht sein.

Grüne in Schwerte stark wie nie

Zufrieden konnten hingegen die Grünen sein. „Die haben stark dazugewonnen“, hatte Bürgermeister Axourgos der Partei bereits um 19.30 Uhr attestiert. Sie lagen nach Auszählung aller Wahlbezirke in Schwerte auf Platz drei hinter SPD und CDU. Auf insgesamt 16,24 Prozent der Stimmen kam man bei den Zweitstimmen. Im Vergleich zu 2017 (8,02 Prozent) hatte man damit aufgeholt – und zwar mehr als deutlich.

Michael Sacher von den Grünen musste am späteren Abend immer noch um den Einzug in den Bundestag über die Landesliste zittern. © Marcus Land © Marcus Land

Es gab an diesem Wahlabend wohl nicht nur den einen Gewinner. Und fest steht auch: Obwohl man die 80 Prozent nicht knackte, war die Wahlbeteiligung mit 78,25 Prozent am Ende mehr als nur eine Auffälligkeit.

Über die Autorin
Schwerte und Dortmunder Süden
Ist seit November 2020 für Schwerte und den Dortmunder Süden im Einsatz. Mag Nachrichten und nette Geschichten gleichermaßen. Schreibt gern, arbeitet aktuell aber eher im Hintergrund.
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Vanessa Trinkwald