Ruhrauen sind tabu - Macht Schwerte nun doch mit bei der Gartenausstellung 2027?

rnIGA 2027

Noch im Herbst hatten Schwertes Politiker entschieden: Bei der Internationalen Gartenbauausstellung 2027 will man nicht mitmachen. Jetzt gibt es einen Kompromiss. Knackpunkt: die Ruhrauen.

Schwerte

, 23.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ideen für die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) 2027 im Ruhrgebiet sind willkommen. Aber Hände weg von den Ruhrauen! Mit dieser Formel ist eine mögliche Beteiligung Schwertes an der Großveranstaltung bei der Politik doch mehrheitsfähig geworden. Der Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt stellte in seiner Sitzung vom Dienstag die Signale auf Grün.

Pläne hätten natürliche Ruhrauen zerstört

Noch im vergangenen Herbst hatte derselbe Ausschuss IGA-Pläne von SPD und Stadtverwaltung abgeschmettert. Die hatten vorgesehen, mit erheblicher Finanzspritze der IGA die Ruhrauen zwischen dem Kleingartenverein Amsel und dem Bootshaus des Kanuvereins in eine parkähnliche Landschaft umzumodeln - unter anderem träumte man von einem Wasserspielplatz, Sportmöglichkeiten, Kunstinstallationen und einer Hundewiese.

Doch damit - so monierten nicht nur allein die Grünen - wären die letzten Reste der natürlichen Ruhrauen zerstört worden. Außerdem befürchtete die CDU hohe Folgekosten für die spätere Unterhaltung der Bauwerke.

Kosten sollen vertretbar sein

Alle diese Bedenken werden durch die Formulierung quasi ausgeschlossen, die der Ausschuss jetzt fand. Neben der Unantastbarkeit der Ruhrauen wird darin auch festgeschrieben, dass möglichst nur Projekte verfolgt werden sollen, deren „Erstellungs- und Erhaltungsaufwendungen für eine Stärkungspaktkommune vertretbar sind und auch zukünftig bleiben“.

In diesem Beschluss fassten die Politiker zwei fast gleichlautende Anträge zusammen, die einmal gemeinsam von der CDU- und der SPD-Fraktion und zum anderen von den Grünen und der fraktionslosen Ratsfrau Renate Goeke (FDP) gestellt worden waren.

Ideen durch Bürgerbeteiligung gewinnen

Eine Beteiligung der Ruhrstadt an der Gartenschau soll außerdem nur dann erfolgen, wenn es ein oder mehrere Projektvorschläge gibt, die zur Weiterentwicklung und Attraktivitätssteigerung Schwertes beitragen - und zwar über den Zeitraum der IGA im Jahre 2027 hinaus.

Ideen für eine Projektliste möchten die Politiker durch eine Bürgerbeteiligung gewinnen, bei der alle interessierten Gruppen und Personen zum Mitmachen aufgerufen werden.

Vier Projekte werden schon in dem Beschluss zur Prüfung gestellt:

  • nachhaltige landschaftspflegerische Maßnahmen zur Aufwertung des Plateaus hinter der Rohrmeisterei
  • die Umgestaltung des Innenhofs von Haus Ruhr als Präsentationsobjekt
  • eine eigene Radwegbrücke über die Ruhr - parallel zur Straßenbrücke - am Wellenbad in Geisecke
  • eine ergänzende Route zum Ruhrtalradweg durch die Innenstadt, die den Marktplatz beleben soll

Das letzte Wort spricht der Rat

Das letzte Wort über die Beschluss-Empfehlung des Planungsausschusses spricht der Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden MIttwoch, 27. Februar, im Rathaus.

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