Sachverständiger klärt auf: Was hat den Wohnungsbrand in Schwerte ausgelöst?

rnFeuer Graf-Adolf-Straße

Nachdem am Dienstagmorgen eine Wohnung an der Graf-Adolf-Straße in Flammen aufgegangen war, erklärte die Polizei das Haus für unbewohnbar. Jetzt ist klar, wie es zu dem Feuer kommen konnte.

Schwerte

, 24.05.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Größeres Glück hätte Artur Kubik nicht haben können. Nur wegen einer Entzündung an der rechten Hand hatte er sich einen Krankenschein genommen. Nur wegen des Krankenscheins war er am Montagabend lange aufgeblieben und schließlich vor dem Fernseher im Wohnzimmer eingeschlafen. Und nur deswegen hat er wahrscheinlich den Brand in seiner Dachgeschosswohnung an der Graf-Adolf-Straße überlebt.

Als ihn dann am Dienstmorgen ein Unbekannter hektisch aus dem Schlaf klingelte, bemerkte er schockiert das Feuer in seinem Schlafzimmer.

Dass der Brand auf jeden Fall in Kubiks Schlafzimmer ausbrach, bestätigte am Freitag auch der Brandsachverständige, der in der Wohnung nach der Ursache suchte.

Sachverständiger schließt Brandstiftung aus

Fest steht: Der Sachverständige kann Vorsatz oder Fahrlässigkeit vollständig ausschließen, gab er gegenüber der Polizei des Kreises Unna bekannt. Artur Kubik habe also weder das Feuer gelegt, noch habe er beispielsweise Kerzen über Nacht stehen lassen.

„Die Brandursache ist ein technischer Defekt. So viel ist klar“, erklärt Polizeisprecherin Vera Howanietz.

Allerdings ließe sich nicht mehr genau ermitteln, welches Elektrogerät der Ursprung ist. „Das Feuer ist in einer bestimmten Ecke des Raums ausgebrochen - der Sachverständige hat dort die Überreste von mehreren Geräten gefunden“, so Howanietz. Und weiter: „Wenn beispielsweise an einer Mehrfachsteckdose verschiedene elektrische Geräte angeschlossen sind, die durch das Feuer zu einem großen Klumpen verschmelzen, dann lässt sich hinterher nicht mehr sagen, wo die Ursache für den Brand lag.“

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Wie bereits berichtet, waren von dem Zimmer, in dem die Flammen am meisten gewütet hatten, nicht einmal Möbel geblieben. Alles dort ist zu Asche zerfallen.

Laboruntersuchung könnte offene Fragen klären

Laboruntersuchungen von Proben aus diesem Bereich können die Sachlage deutlicher machen und vielleicht sogar den Brandherd identifizieren.

Wann und ob das geschieht, ist noch nicht klar. „Wir müssen auf den Sachverständigen warten“, erklärt Howanietz. Von dene gebe es nämlich nur wenige in NRW und die Auftragslage sei hoch.

Wann ist das Haus an der Graf-Adolf-Straße wieder bewohnbar? Ist noch etwas von Artur Kubiks Hab und Gut übrig? All das ist vorerst im Unklaren. Was bleibt, sind Kubiks Sorgen, wie es nun weitergeht und wer für den entstandenen Schaden aufkommt.

Sein Schutzengel war groß an diesem Morgen. Und noch immer sucht er seinen unbekannten Retter, der ihn aus seiner brennenden Wohnung holte.

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