Tanken macht bei der derzeitigen Preisexplosion keine Freude mehr. © Bodo Brauer (A)
Meinung

Schade, dass Schwerte nicht an der tschechischen Grenze liegt

Die Lage an der Ruhr ist landschaftlich schön. Aber als Autofahrer wünschte ich mir Schwerte woanders, näher an der Landesgrenze. Dort, wo der Sprit in Nachbarländern deutlich günstiger ist.

Es ist der pure Wahnsinn. Nur 0,1 Cent fehlten an der Schallgrenze. Dann hätte – wie meine Benzinpreis-App auf dem Handy anzeigt – der Liter Superbenzin an der Autobahn-Raststätte volle 2 Euro gekostet. Und man braucht kein Hellseher zu sein, dass die Kosten-Explosion munter weitergeht, wenn diese Marke erst mal geknackt ist. Für die Grünen ist der einst propagierte Traum von 5 Mark – also rund 2,50 Euro – in greifbarer Nähe.

Mit immer höheren CO2-Abgaben und Steuern fordert die deutsche Politik die Ölländer und Mineralölkonzerne auch nicht gerade zur Zurückhaltung bei den Abgabepreisen auf. Es wäre den Produzenten eigentlich nicht mal zu verdenken, dabei auch ein dickeres Stück vom Kuchen mitverdienen zu wollen.

Aus dem Blick geraten die Leidtragenden, die das Auto brauchen, um zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren. Und vielleicht auch keine 30 mehr sind, um mit Spaß zu radeln.

Schade, dass Schwerte so weit von den Landesgrenzen entfernt liegt. Vor gut einem Jahr habe ich in Tschechien den Tank meines Polos noch mit E5-Sprit für 99,9 Cent pro Liter gefüllt. Gut, da ist es jetzt auch etwas teurer geworden. Zu Hause an der Ruhr bleibt mir aber nur, meine Benzinpreis-App zu beobachten. Und an der Autobahn tanke ich nur so viel nach, dass es bis zur nächsten Stadt reicht.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz