Schafe verschwunden: Blutspur führt durch Holzen

Polizei ermittelt

Zwei wohl verschwundene Schafe und eine Blutspur beschäftigen die Polizei derzeit in Schwerte. Die Spur zieht sich von einer Weide im Ortsteil Holzen bis zum Parkplatz an einer Flüchtlingsunterkunft - allerdings wurde in dem Haus kein Blut gefunden. Die Polizei ermittelt.

HOLZEN

, 18.05.2016, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schafe verschwunden: Blutspur führt durch Holzen

Auch nach einigen Tagen war die Blutspur mitten auf der Straße in Holzen noch zu erkennen.

Bereits in der Nacht zu Samstag seien ein Schaf und ein Lamm von einer Weide in Holzen verschwunden, wie die Polizeipressestelle am Mittwoch auf Anfrage bestätigte.

Nicht der Schäfer, sondern Nachbarn hätten die Polizei informiert, berichtete Polizeisprecherin Ute Hellmann. Sie hatten eine Blutspur entdeckt. Die zog sich durch Gärten über die Straße bis zum Parkplatz an der Flüchtlingsunterkunft Zum Großen Feld.

Schäfer: Lamm und ein Schaf fehlen

Da auf dem ehemaligen Grabeland der Nickelwerke zwischen Rosenweg und der Straße Zum großen Feld zu diesem Zeitpunkt eine Schafherde weidete, benachrichtigte man zunächst den Schäfer. Der reiste aus Dortmund an und stellte fest, dass auf jeden Fall ein Lamm fehlte. Das Mutterschaf, das kurz zuvor Zwillinge bekommen hatte, habe noch nach dem verlorenen Tier geblökt.

Die große Blutlache in einem benachbarten Vorgarten legt aber seiner Überzeugung nach den Verdacht nahe, dass auch ein großes Schaf dort gestorben ist. Die etwa 40 Tiere zählende Herde wurde aber laut Polizeibericht vor Ort nicht nachgezählt.

Polizei: Keine Spuren in Unterkunft

Die Beamten verfolgten dann die Blutspur. Die führte vom kleinen Vorgarten, wo sich die große Blutlache befand, über die Straße, den benachbarten Spielplatz und einen ein Meter hohen Zaun zur Asylbewerber-Unterkunft. Dort endet sie auf dem Parkplatz an der Hauswand. Weitere Spuren in Richtung Eingang fanden sich nicht. 

Eine Durchsuchung der Unterkunft selbst ergab auch keine Hinweise darauf, dass die Tiere dort hinein gebracht worden seien, so Polizeisprecherin Hellmann. Es gab im Haus keine weiteren Blutspuren, und die Tiere habe man auch nicht gefunden.

Schäfer erstatte Anzeige

Der Schäfer geht davon aus, dass die Täter den Tieren in dem Vorgarten die Kehle aufgeschnitten haben und sie wohl schächten wollten, die Dauer dieses Vorgangs aber unterschätzt hätten. Noch am Mittwoch konnte man die Reste der breiten Blutspur auf der Straße erkennen. Der Schäfer erstattet Anzeige bei der Polizei.

In der Nachbarschaft verbreitete sich schnell das Gerücht, dass Anwohner die Täter gesehen hätten, berichtete eine Nachbarin am Dienstag. Die Polizei erklärte aber, dass es keine Tatzeugen gegeben habe.

Wie die Nachbarin berichtete, hatte der Schäfer die Tiere bereits am 8. Mai auf die Weide der Nickelwerke gebracht. Nach dem Vorfall, noch am Samstagvormittag, brachte er die Herde von der Weide weg in Sicherheit.

Zeugen gesucht

Die Polizei sucht Zeugen, die zwischen Freitagvormittag und Samstagmorgen etwas Ungewöhnliches beobachtet haben. Hinweise an die Wache unter Tel. (02304) 9213320 und 9210.

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