Schule am Stadtpark: "Wir Eltern wurden vorgeführt"

Umzug der Albert-Schweitzer-Schule

Die Eltern der Albert-Schweitzer-Schüler in Schwerte sind verärgert: Ihre Kinder sollen künftig in der alten Realschule am Stadtpark unterrichtet werden. Sie stemmen sich gegen den Umzug, da unter dem Schulhof krebserregende Stoffe liegen. Bei dem Besuch eines Fernsehteams haben sie ihrem Ärger über die Stadt erneut Luft gemacht.

Schwerte

, 06.10.2015, 17:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Schule am Stadtpark: "Wir Eltern wurden vorgeführt"

Der Boden unter dem Schulhof der Realschule am Stadtpark ist verseucht. Nun wurde eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht.

Nach den Plänen der Stadt soll die Albert-Schweitzer-Schule in das Realschul-Gebäude umziehen – gegen den Willen der Eltern und obwohl unter der Oberfläche des Schulhofs der Realschule krebserregende organische Stoffe liegen.

Bei der Versammlung zur Information über den Umzug hatte Schuldezernent Hans-Georg Winkler, erklärt, von diesen Belastungen nichts zu wissen. Das der Redaktion vorliegende Protokoll einer Informationsveranstaltung für Eltern der Albert-Schweitzer-Schüler von Mai 2009 bewies jedoch das Gegenteil. 

Damals hatte Winkler die Eltern über die Belastung informiert. Auf Nachfrage unserer Redaktion sagte er nun, er habe sich daran nicht mehr erinnern können. Solange die Asphaltdecke nicht angetastet werde, sei jedoch keine Gesundheitsbelastung zu erwarten, heißt es seitens der Stadt.

"Es ist ein schlechtes Gefühl"

Auf dem Realschulhof traten Eltern der Schweitzer-Schüler am Dienstag vor die Kamera des WDR und berichteten von ihren Sorgen. Vater Michael Sommerberg sagte: „Wir Eltern wurden vorgeführt. Auf unseren zuvor eingereichten Fragenkatalog erhielten wir zu 50 Prozent der Fragen keine Antworten.“

Auch Vater Thorsten Schild ist aufgebracht: „Es ist ein schlechtes Gefühl, nicht zu wissen, was hier unter dem Boden liegt“, antwortete er auf die Frage, wie er sich bei der Vorstellung fühle, dass sein Sohn auf dem belasteten Schulhof spielen soll. „Die Aussagen der Stadt hierzu sind schwammig und unklar.“

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Wenn der Schulhof – wie von der Stadt versprochen – für die Grundschüler umgestaltet werden soll, müsse aber die schützende Asphaltdecke aufgebrochen werden. Und dann sei die derzeitige Kostenrechnung der Stadt ebenfalls Makulatur. 

Der Vater eines Zweitklässler hat noch eine andere Rechnung aufgestellt. Im Falle einer Schulverlegung verlängere sich der Schulweg für 92,9 Prozent der 314 Schüler deutlich. Nämlich um 2,6 Kilometer oder zehn Minuten Busweg pro Tag und pro Kind. „Und für viele Schüler aus Geisecke wird dadurch der gesetzlich erlaubte Schulweg von einer Stunde Fahrzeit für Hin- und Rückweg überschritten“, macht Torsten Schild eine weitere Baustelle auf.

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