Schulstreit zwischen Schwerte und Dortmund hält an

Gezerre um Finanzierung

Weil es für sie näher ist, wollen einige Dortmunder Schüler gerne in Schwerte zur Schule gehen. Doch darüber wie das organisiert werden und vor allem wer die Kosten tragen soll, streiten die beiden Städte seit Wochen. Am Mittwochabend informierte Schwertes Schuldezernent den Rat über den aktuellen Stand in diesem Pokerspiel.

HOLZEN

, 07.07.2017, 13:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schulstreit zwischen Schwerte und Dortmund hält an

FBG Friedrich-Bährens-Gymnasium

Schwerte und Dortmund verhandeln derzeit um eine Beschulungsvereinbarung für Schüler im Dortmunder Süden, die Schwerter Gymnasien besuchen wollen. Doch das Prozedere entwickelt sich immer mehr zu einem Pokerspiel.

 

In dieser Woche informierte Schwertes Schuldezernent Hans-Georg Winkler den Rat über den Stand der Verhandlungen. Fest steht, für die September-Sitzung des Rates will er eine Vorlage machen. Dann solle der Rat entscheiden, zu welchen Bedingungen man sich mit der Stadt Dortmund einigt.

Der Auftakt im Verhandlungspoker liegt nun schon gut acht Wochen zurück. Damals schickte Winkler eine Auflistung der Kosten, die eine zusätzliche Klasse mit Dortmunder Schülern die Stadt Schwerte kosten würde, an seine Kollegen in Dortmund.

Der Betrieb einer Klasse kostet 38.000 Euro pro Jahr

Und zwar handelte es sich pro Klasse um 38.000 Euro im Jahr. Also spätestens in neun Jahren wären das 342.000 Euro jährlich. Die Dortmunder bezweifelten die Zahlen wohl nicht, erklärten aber schnell, dass für sie ein finanzieller Ausgleich nicht in Frage käme.

Von einem „Eintrittsgeld für Schule“, das mit ihr nicht machbar sei, sprach Dortmunds Schuldezernentin Daniela Schneckenburger gegenüber unserer Redaktion. Auch in der aktuellen Beschulungsvereinbarung der Stadt Schwerte mit Iserlohn sei kein Kostenausgleich vereinbart. „Diesen Vertrag haben wir so auch Dortmund damals angeboten, die haben aber abgelehnt“, so Winkler.

Zwei Lösungen sollten verknüpft werden

Damals wollte Dortmund die Lösung für die Gymnasiasten mit einer Lösung für Gesamtschüler verknüpfen. Denn im Dortmunder Süden gibt es genug Gymnasialplätze, aber zu wenig Gesamtschulangebote. Diese Verknüpfung wollte Schwerte nicht, weil man ja gerade aus Platzmangel an der Gesamtschule eine zweite Gesamtschule gegründet hatte. 

Bei einem Verhandlungstermin mit der Bezirksregierung am 23. Juni habe er noch einmal erklärt, dass für die Stadt Schwerte nur eine Beschulungsvereinbarung für Gymnasien in Frage komme, so Winkler. Dem habe Dortmund auch zugestimmt, wenn man auf finanzielle Forderungen verzichtet.

Die Bezirksregierung wies wiederum darauf hin, dass bei einer Vereinbarung mit Dortmund bei großem Schülerandrang auch Schwerter Schüler abgewiesen werden könnten. Das könne man nur mit einer Achtzügigkeit verhindern, die aber die Stadt Schwerte das Doppelte kosten würde.

Die Schulvereinbarung ist nötig, weil Schwertes Schulplätze nach der Gründung der zweiten Gesamtschule neu berechnet wurden.

 

Diese Meinung hat Redaktionsleiter Heiko Mühlbauer zum Thema Schulpolitik ist eigentlich Landespolitik. Doch ein Teil dieser Aufgabe ist an die Kommunen delegiert. Doch deren Grenzen sind keine natürlichen Barrieren. Manchmal, wie im Fall von Holzen, sind sie noch nicht einmal historisch gewachsen. Schon als die Holzener noch Westhofener waren, besuchten sie Schwerter Schulen. Das tun sie seit 1975, nun als Dortmunder, weiterhin. Und auch wenn ihr Einkommenssteueranteil im Dortmunder Stadtsäckel landet, gehen sie auch in Schwerte einkaufen. So einfach ist das. Nur eben nicht in der Schulpolitik.

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